Evelyn Brent, Regis Toomey, Ralf Harolde, William Holden, Maurice Black
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Sieben Polizisten in Zivil richten in einem Verhörraum ihre Fragen gleichzeitig an Rose Manning (Evelyn Brent), die zusammengesunken auf einem Holzstuhl ständig beteuert nicht zu wissen, wo ihr Vater sich aufhalte. Ein Polizeibeamter sei ermordet worden, wiederholen die Beamten immer wieder. Zudem wollen sie wissen, wo dessen Komplizen Chuck Gaines (Ralf Harolde) und Bing Murdock (Maurice Black) sich aufhielten, die allerdings im Korridor bereits auf ihr Verhör warten und sich fragen, ob Rose Manning wohl dichthalten werde. Bing macht sich Sorgen, aber Chuck ist überzeugt, dass sie niemanden verraten werde… Schließlich kommt Police Inspector “Butch“ MacArthur (William Holden) zu Rose herein, schickt seine Leute vor die Tür und versucht es seinerseits. Abgesehen davon, dass sie preisgibt, ihr Vater habe nie im Leben eine Schusswaffe bei sich geführt und dass sie Chuck Gaines, dem MacArthur sie kurz darauf gegenüberstellt, nicht kenne, kann ihr der gewiefte Inspektor nichts entlocken. Da eröffnet der Polizist, dass ihr Vater ums Leben gekommen sei, ohne das er die Umstände seines Todes erläutert, und Rose Manning wird von Trauer und Verzweiflung überwältigt… Fünf Jahre später arbeitet Rose im Nachtclub Little Casino, darin Inhaber Chuck Gaines die Geschäfte führt. Indessen die Mitarbeiter das Lokal für den Abend vorbereiten, ruft Chuck Bing Murdock zu sich. Er habe erneut einen Auftrag für ihn, müsse er doch Johnny the Goat, einst ein Freund und heute ein Widersacher, loswerden…
“Our motto is make hay when the sun shines, and make whoopie when the moon shines.” Bin ich ehrlich, hatte ich mir von Framed, einem frühen Tonfilm der RKO Radio Pictures, deutlich mehr versprochen. Evelyn Brent war einer der Stars im Hollywood der Stummfilmzeit. Zwischen 1914 und 1950 trat sie in 128 Produktionen vor die Kamera, bereits ab den frühen 20er Jahren auch in Hauptrollen. Nicht zuletzt Josef von Sternberg machte sie mit seiner Figur der Gangsterbraut “Feathers“ McCoy in Unterwelt (USA 1927) unsterblich, in einem dezidierten Vorläufer des Film Noirs der 40er. Im Anschluss trat sie auch in von Sternbergs Sein letzter Befehl (USA 1928) auf. Zugleich hatte Evelyn Brent, die in jener Zeit in fünf bis acht Werken pro Jahr zu sehen war, schon 1928 ihre letzte Rolle in einem Stummfilm. Zwei Jahre später war die nun auch in Tonfilmen gefragte Darstellerin bereits 35 Jahre alt. Die rasanten Entwicklungen im Filmgeschäft ließen zu Beginn des Jahrzehnts jedoch neue Schauspielerinnen die Gunst des Publikums erringen – Jean Harlow, Joan Crawford und Greta Garbo waren die Stars einer nächsten Generation. So merkt man Framed sowohl sein schmales Budget als auch die reichlich dünne Geschichte, mit der die Autoren Paul Schofield und Wallace Smith die 65 Minuten Laufzeit füllen, leider deutlich an. Die Besetzung ist fein, – Ralf Harolde, Regis Toomey und ein junger Joel McGrea in einer Nebenrolle – aber so manches wird nach einer Viertelstunde bereits vorhersehbar. Wenn es nach einer Stunde dann genauso eintritt, konnte zumindest ich mich eines Gähnens nicht erwehren.
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“Having been released in 1930, Framed is a Pre-Code film, and that means it actually treats women like real human beings”, schreibt Chris Hewson für Not This Time, Nayland Smith, und es ist für mich ein wichtiger Kommentar. In den 20er und 30er Jahren waren Frauen im Hollywoodfilm als zentrale Figuren der Handlung und als Filmstars mit der höchsten Anziehungskraft den männlichen Kollegen mindestens ebenbürtig. Erst der Eingriff staatlicher Organe ins Filmschaffen ab 1934, das in der Folge laut J. Edgar Hoover, bis 1972 Direktor des FBI, patriotisch und züchtig zu sein habe, engte für Schauspielerinnen in Hollywood über Jahrzehnte hinweg den Spielraum merklich ein. Zu guter Letzt ist Framed kein furchtbar schlechtes Werk seiner Zeit, mitunter wenig dynamisch und im Ganzen mittelprächtig, womit die gewohnt energetische Leistung Evelyn Brents, klar die treibende Kraft des Films, leider verspielt wird. Sich Framed dennoch zur Gänze anzusehen, braucht ein wenig Geduld, ist unterm Strich trotzdem kein Ärgernis. Viele Motive des Gangsterfilms der 30er werden exemplarisch vorgeführt, und Evelyn Brent ist immerzu eine Darstellerin jener Frühzeit des Kinos, die sich auf ihre Kunst verstand. Letzteres konnte ich hier wertschätzen. Ach ja, der in der Besetzungsliste genannte William Holden ist nicht der spätere Weltstart gleichen Namens, der 1930 erst 12 Jahre alt war und seine Filmkarriere im Jahr 1938 begann.
Von Framed – inzwischen ein Film der Public Domain - gibt es lediglich eine US-amerikanische DVD-Edition (2012, codefree) der Alpha Video Distributor, Inc. mit dem Film ungekürzt und im Originalformat, bild- und tontechnisch zumindest akzeptabel und inklusive der original englischen Tonspur ohne Untertitel, also in keiner Weise restauriert und ohne jegliche Extras.













