John Forsythe, Richard Kiley, Reta Shaw, Wendell Burton, Joseph Campanella
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In einem Streifenwagen auf der Rückbank sitzend lässt sich Police Lieutenant Phil Proctor (Joseph Campanella) die Hauptstraße des Städtchens Woodfield entlangfahren. An einem auf dem Bürgersteig platzierten Tisch eines Imbisslokals erspäht er den Vietnam-Rückkehrer Fred Kramer (Wendell Burton), der von den Schlachtfeldern in Südostasien eine Opiumsucht mitbrachte und sich in ärztlicher Behandlung befindet. Der Polizeibeamte lässt den Wagen am Straßenhand halten, geht zu Fred und fragt ihn, ob er sich auch nicht in Schwierigkeiten bringe... Kramer ist sichtlich genervt und bittet den Lieutenant ihn einfach in Ruhe zu lassen, was jener mit Gelassenheit zur Kenntnis nimmt, bevor er wieder in sein Auto steigt. Kramer seinerseits macht sich auf den Weg zu Dr. Ron Wellesley (John Forsythe), wo er wegen seiner Abhängigkeit täglich einen Termin wahrnimmt. Er ist nur ein paar Schritte weit gekommen, als ein 1971er Chevrolet Impala Cabriolet kurz hupt und neben ihm hält. Hinterm Steuer sitzt Mrs. Lisa Manning (Barbara Bain), auf dem Beifahrersitz ihr begüterter Ehemann Frank (Richard Kiley). Die beiden erinnern Fred Kramer daran, heute Abend bitte auf ihre Gartenparty zu kommen, er werde erwartet. Der Angesprochene sichert sein Erscheinen zu und zieht seines Weges. Lisa fragt ihren Mann, wann und wo sie ihn wieder aufgabeln solle. Frank erinnert sie daran, dass er heute noch eine Routineuntersuchung bei Dr. Wellesley vor sich habe. Wie beiläufig erwöhnt er, dass der Mann wohl auch ein Frauenschwarm sein soll…
“There isn’t a single word of truth in it. There never was a shred of evidence.“ – “Not enough to bring you to court. Apparantly enough to… drive you out of town.” Die biedere Fernsehschauspielerin Barbara Bain als Femme fatale? Oh ja, das funktioniert erstaunlich gut, denn so wie alle anderen Darsteller und Darstellerinnen liefert sie eine rundum überzeugende Leistung ab. Das von Irving Gaynor Neiman (Decoy, USA 1957-58) vefasste Drehbuch ist bis ins Mark Film Noir und ruft Billy Wilders Frau ohne Gewissen (USA 1944) und Felix E. Feists The Man Who Cheated Himself (USA 1950) in Erinnerung. Über einen Privatdetektiv erfährt Frank Manning, dass seine Frau Lisa offenbar für Woodfields Arzt mit niedergelassener Praxis, Dr. Ron Wellesley, entflammt ist. Zudem bringt Manning ans Licht, dass Dr. Wellesley zuvor in einer anderen Kleinstadt tätig war, wo erst seine Schwiegermutter und im Jahr darauf Wellesleys Ehefrau je an einem Herzinfarkt starben. So wurde er zum Erben eines Vermögens und zog es doch vor, sich in Woodfield anzusiedeln, weil Gerüchte um eine gezielte Ermordung der Frauen die Runde machten. Schon zuvor war eine Stewardess, die offenbar ein Kind von Ron Wellesley erwartete, plötzlich an einem Herzleiden verstorben. Manning konfrontiert den Doktor mit seinen Erkenntnissen und fordert ihn auf Woodfield zu verlassen. Andererseits brächte er solche Gerüchte um ihn auch vor Ort in Umlauf. Wellesley hat mit Blick auf Lisa und ihn selbst jedoch andere Pläne… Das allein sind schon komplexe Verhältnisse, aber unter ihrer Oberfläche wartet noch manche Überraschung. Ist Lisa nur die in den Doktor verliebte 40-jährige aus gutem Haus, die sich eine andere Zukunft wünscht? Was weiß sie über Wellesley und wie weit ist sie selbst bereit zu gehen…? Dummerweise klingt das in der Zusammenfassung weit besser, als es in der Umsetzung zu erleben ist. Das Drehbuch liefert eine tolle Idee, macht aber trotz einer kurzen Laufzeit von lediglich 74 Minuten nicht viel daraus, und das ist bedauerlich.
Die Kontrahenten John Forsythe (The Captive City, USA 1952) und Richard Kiley (Polizei greift ein / Lange Finger – Harte Fäuste, USA 1953) waren beide im Film der 50er herangereift und spielten bald vornehmlich im Fernsehen. Alle Schauspieler sind hier gut ausgewählt, die Dramaturgie ist jedoch schleppend, und die wenigen Drehorte weisen auf das begrenzte Budget der Produktion hin. Der exquisite Twist am Ende wird durch einen weit weniger gelungenen, zweiten Twist konterkariert. Damit wurde zumindest für mich der zumindest solide Eindruck, den die Fernsehproduktion der Metromedia Producers Corporation (MPC) im Vertrieb der CBS, die das Werk in den USA im Oktober 1971 erstmals ausstrahlte, bei mir hinterlassen hatte, zunichte gemacht. Der zweite, den Film beschließendeTwist ist nämlich so lächerlich, dass man sich an die Zensur durch Hollywoods Hays Code (oder auch Production Code) der 30er und 40er Jahre erinnert fühlt. Folglich gebe ich dem Werk ganz knapp noch drei Sterne. Obgleich ich die geruhsamen ersten 72 Minuten bei der Stange blieb, war ich zuletzt enttäuscht. Der alteingesessene TV-Regisseur Charles S. Dubin realisierte 5 Jahre später den verblüffend harten, sozialkritischen Neo Noir Rasende Gewalt (USA 1976), eine Produktion Roger Cormans, die bis heute als Trash-Kino gehandelt und deren Qualitäten so gut wie nie Erwähnung finden.
Der Fernsehfilm Murder Once Removed liegt international in mehreren DVD-Editionen vor, die das Werk jeweils ungkürzt und im Orginalformat, mit der original englischen Tonspur und ohne Untertitel oder Bonus-Features, zudem in einer bild- und tontechnisch unterdurchschnittlichen Qualität beinhalten.











