Elliott Gould, Christopher Plummer, Susannah York, Céline Lomez, Michael Kirby
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Toronto in der Provinz Ontario, Kanada: In der modernen, vierstöckigen Shopping Mall namens The Eaton Centre spielt zur Adventszeit eine Blaskapelle und mehrere als Nikolaus verkleidete Männer flanieren durch die Menge der Kunden mit ihren Kindern. Im Glasaufzug ist Mr. Fogelman (Jack Duffy) in Trenchcoat und mit Aktentasche auf dem Weg zu der hiesigen Filliale der First Bank of Toronto. Hier steht der Kassierer Miles Cullen (Elliott Gould) in seinem durch eine Glasfront abgeschirmten Schalter und zählt mit geübten Fingern die Banknoten, die er ausgibt. Ebenso tut es seine Kollegin Louise (Gail Dahms-Bonine), während einer der Nikoläuse an einem Stehtisch eins der Bankformulare ausfüllt und die Filiale verlässt. Kurz darauf verabschiedet der Wachmann (Sean Sullivan) die letzten Kunden mit Wünschen für die Weihnachtszeit an der Eingangstür, die er hinter ihnen abschließt. Bankkauffrau Julie Carver (Susannah York) stellt ihren Kalender vom 14. auf den 15. Dezember um und räumt ihren Schreibtisch auf. Mit dem Fingernagel zeichnet Miles Cullen auf eins der liegen gebliebenen Formulare ein Cocktailglas, zeigt Julie den Durchschlag mit der Zeichnung und fragt sie, ob sie Lust auf einen Drink in seiner Gesellschat habe. Die Kollegin erwidert, dass sie das Angebot grundsätzlich annähme, aber nicht heute, da sie bereits verabredet sei. Miles malt auf ein nächstes Formular ein Herz, wendet das Papier und liest neben seinem Herz auf dem Durchschlag:“The thing in my pocket is a gun.“…
“Look, if I waited until I was sure before I did something, I'd end up not doing anything.” Was ist so besonders an Dein Partner ist der Tod, dessen Originaltitel um so vieles besser und im Rekurs auf die Erzählung präziser ist? Antwort: Das Drehbuch. Und… die Besetzung. Bei ersterem, einer Adaption des Kriminalromansomans Tænk på et tal (EA 1968, auf Deutsch 1970 als Geld zum zweiten Frühstück) seines dänischen Autors Anders Bodelsen stellte ein 32-jähriger Curtis Hanson (L.A. Confidential, USA 1997) frühzeitig sein Talent und sein Können unter Beweis. Der Roman selbst gilt als Meisterstück skandinavischer Literatur seiner Zeit und war von Palle Kjærulff-Schmidt ein Jahr nach Erscheinen unter seinem Originaltitel Tænk på et tal (DNK 1969) mit Bibi Andersson und Henning Moritzen in Hauptrollen ein erstes Mal fürs Kino verfilmt worden. Einige Jahre später folgte als Der Amateur (GER 1972) von Rainer Erler eine Adaption des Westdeutschen Runfunks für das hiesige Fernsehen, in Hauptrollen Klaus Herrn und Edith Schultze-Westrum. In der kanadischen Kinofassung sind der New Yorker Elliott Gould und die Engländerin Susannah York als Bankangestellte einfach grandios besetzt. Sie sind so weit entfernt vom Glamour Hollywoods wie nur irgend vorstellbar, und das bekommt der Produktion extrem gut. Obgleich die Shopping Mall The Eaton Centre einen für die damalige Zeit entwickelten Standard futuristisch anmutender Architektur darstellt, sind das Personal und die Atmosphäre in der Bankfiliale von einer Spießigkeit und Tristesse gekennzeichnet, die an die 50er Jahre denken lässt. Als der Kassierer Miles Cullen Grund zur Annahme hat, dass seine Filiale der First Bank of Toronto ausgeraubt werden wird, beschließt er, über die nächsten Tage den Großteil der in der Ausgabe vorrätigen Banknoten nicht in den Tresorraum zu schaffen, sondern in einer Lunchbox unterm Schalter zu verwahren. Als es tatsächlich zu dem Überfall kommt, hat Cullen als der stumme Partner des Bankräubers Harry Reikle (Christopher Plummer) den Löwenanteil des hinterm Schalter verwahrten Geldes auf die Seite geschafft und bringt sie in Sicherheit. Reikle ist jedoch keineswegs naiv. Er durchschaut Mike Cullens Spiel und nimmt mit dem Betrüger Kontakt auf.
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“Along with half a dozen other lonely moviegoers, I was witness to a small miracle: To a thriller that was not only intelligently and well acted and very scary, but also had the most audaciously clockwork plot I’ve seen in a long time”, schrieb Roger Ebert für die Chicago Sun-Times im März 1979, als der Film bereits ein halbes Jahr alt war und damit in einer Zeit, als Blockbuster wie Krieg der Sterne (USA 1977), Superman – der Film (USA/ UK 1978), Der weiße Hai 2 (USA 1978) oder Grease (USA 1978) das Ende von New Hollywood verkündeten. Obwohl auch Ebert die wunderbare Leistung Elliott Goulds in diesem Film hervorhob, bedeutete Dein Partner ist der Tod für keine/n der Beteiligten einen Karrieresprung. Erst Jahrzehnte später wurde der Neo Noir als einer der wohl besten Thriller der 70er Jahre wiederentdeckt – ein Film, der das Wort “Slow Burn“ nochmals neu definiert und sich durch einen Spannungsaufbau à la Hitchcock auszeichnet. Wer sich dieses Werk heutzutage anschaut und nur halbwegs mit den Kinofilmen und TV-Serien aus Skadinavien vertraut ist, die in den ersten 15 Jahren des 21. Jahrhunderts unterm Stichwort “Nordic Noir“ die Aufmerksamkeit von Filmkritik und Publikum auf sich zogen, wird in solcher kanadischen Produktion des Jahres 1978 womöglich einen Vorläufer erkennen, wie das zuvor u.a. für Bo Widerbergs Der Mann auf dem Dach (SWE 1976) gelten durfte. Unbedingt zu empfehlen!
Unter seinem Originaltitel The Silent Partner erschien der Film in den USA als Blu-ray disc und als DVD (2019) via Kino Lorber in der Serie KL Studio Classics in einer bild- und tontechnisch exzellent restaurierten Fassung, ungekürzt und im korrekten Bildformat mit der original englischen Tonspur ohne Untertitel. Als Extras gibt es ein Interview mit Elliott Gould, einen Audiokommentar der Filmhistoriker Howard S. Berger, Steve Mitchell und Nathaniel Thompson sowie einen original Rundfunk-Spot zum Film. Eine deutschsprachige DVD als Dein Partner ist der Tod (mit der Angabe FSK 18) von PK-Movies ist ein Bootleg und nicht zu empfehlen. Die Beschreibung der Handlung auf der Rückseite ist obendrein fehlerhaft, so dass man glauben darf, die Hersteller haben den Film nicht einmal gesehen.














