John Slater, Alfred Marks, Garry Marsh, Christine Halward, Joan Rhodes
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© Studiocanal Films Ltd.
Der Spediteur Johnny (John Slater) ist spät abends mit seinem Lkw auf einer Landstraße in Richtung London unterwegs und singt das Lied “Travelling Alone“. Plötzlich springt eine Frau im Trenchcoat (Barbara Christie) aus der Böschung des Seitenstreifens ins Licht der Scheinwerfer und Johnny kann gerade noch rechtzeitig bremsen. Sie öffnet die Beifahrertür und fragt, ob er sie mitnehmen könne. Nach einigem Zögern willigt er ein. Sie erklärt, dass ihr Wagen eine Panne habe und sie nach London müsse. Dann bietet sie ihrem Helfer eine Zigarette an, doch jener lehnt ab. Als Johnny fragt, ob sie im Show-Business arbeite, verneint sie vehement. Er erklärt ihr, dass er auf der Strecke immer in einem Rasthaus einen Kaffee nähme und dass man gleich dort sei, doch seine nervöse Begleiterin möchte lieber im Wagen warten. Also geht er allein in die Schankstube, wo eine junge Frau (Ann Lynn) zu einem ekstatischen Jazzstück, dass extrem laut aus einer Jukebox schallt, einen Solotanz aufführt. Johnny kennt sie, grüßt zu ihr hinüber und lässt sich vom Wirt (Paddy Brannigan) einen Kaffee und ein Sandwich geben. Als die Telefonzelle frei wird und Johnny ein Gespräch führt, hat er wegen der Musik Schwierigkeiten sich verständlich zu machen. Aber als er die Raststätte kurz darauf verlässt, tanzt er mit der Frau noch bis zur Tür und verabschiedet sich in bester Laune. Seine Anhalterin hat das Führerhaus des Lkws allerdings verlassen. Die Beifahrertür steht weit offen, und ein erstaunter Johnny setzt sich hinters Steuer…
“Could have been a real nice noir if they hadn't gone for the goofy comic flavour”, schreibt Mike Bear für Letterboxd, und so sehe ich es auch. Vernon Sewells B-Film, ein Werk der George Maynard Productions im Vertrieb der Anglo Amalgamated Film Distributors, ist ein Remake der von Maurice McLaughlin verfassten und in sechs Episoden ausgestrahlten TV-Serie gleichen Namens aus dem Jahr 1953. Bereits im Original hatte John Slater die Hauptrolle des Lkw-Fahrers gespielt, indessen alle übrigen Rollen mit anderen Akteuren besetzt gewesen waren. Der gesamte Auftakt des Films erinnert stark an Robert Aldrichs Rattennest (USA 1956), wenn die Assistentin des in London populären Magiers und Wahrsagers Balsamo (Garry Marsh) mit dem Vornamen Anne vor Johnnys Lkw springt und sich von ihm mitnehmen lässt. Als Johnny von der Raststätte aus weiterfährt, wird er nur wenige Meilen weiter von einem Motorradpolizisten (Jack Taylor) angehalten, der die Leiche seiner Mitfahrerin am Straßenrand fand. Offensichtlich wurde Anne überfahren, demgegenüber sich später herausstellt, dass sie ermordet wurde. Die ersten 10 Minuten sind mindestens solide, wenn nicht sogar gut, obgleich die gesamte Szene vor und im Rasthaus miserabel inszeniert ist. So sieht man vom Parkplatz aus ein vollständig in Dunkelheit liegendes Gebäude, im Inneren keinerlei Licht, indessen dann dort bei voller Beleuchtung die Musik so laut ist, dass jegliche Unterhaltung unmöglich wird. Beides erscheint unglaubwürdig, letzteres geradezu albern. Die vermeintlich komischen Situationen aufgrund der Lautstärke entlocken niemandem nur ein Lächeln. So verhält es sich mit dem Humor des Films im Ganzen. Witze und Komik sind so dämlich und kindisch, dass es zum Fremdschämen peinlich ist. Indessen jedoch John Slater eine halbwegs passable Vorstellung gibt, wirkt Alfred Marks als Inhaber eines Londoner Geschäfts für Scherzartikel so dermaßen hölzern und verkrampft, dass ich es kaum glauben konnte. Besonders eine erste, längere Szene mit ihm hinterm Tresen seines Ladens ist im Grunde nicht zu ertragen.
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© Studiocanal Films Ltd.
“John Slater was a very popular star of the moment. And he was quite all right, but of course, he wasn't a film actor. It was a silly story really, anyway, a stupid story”, äußerte sich der Regisseur Vernon Sewell 1994 in einem Interview mit Roy Fowler für The British Entertainment History Project über seinen B-Film Johnny, You’re Wanted und trifft den Nagel auf den Kopf. Die ersten 10 Minuten und das Finale sind halbwegs gelungen, was auch den Qualitäten des Kameramanns Basil Emmott (Die Fahrt in den Abgrund, UK/USA 1957) zu verdanken ist, der allen bei Nacht inszenierten Sequenzen einen expliziten Film-Noir-Charakter verleiht. Nun habe ich die TV-Serie, die als verschollen gilt, nicht gesehen. Eindeutig ist, dass zumindest die Kinofassung sich in zwei Aspekten deutlich von Alfred Hitchcock (mindestens) hat inspirieren lassen und zwar mit Blick auf die Theaterbühne als zentralem Ort des Geschehens von 39 Stufen (UK 1935) und im Rekurs aufs Finale von Im Schatten des Zweifels (USA 1942). Vernon Sewell hat weit bessere Brit Noirs zum Kanon beigesteuert. Zwar beweisen Garry Marsh, Christine Halward, John Stewart und Thelma Ruby in Johnny, You’re Wanted ihr Talent, doch wirkt es verschwendet. In den USA wurde das Werk damals nur im Fernsehen aufgeführt, was mich nicht wundert. Noch heute wirkt es wie eine billige TV-Produktion. Alles in allem einfach schlecht.
Es gibt weltweit einzig eine britische DVD-Edition (2014) der Studiocanal Films Ltd. und zwar mit dem Film in einer neu restaurierten, ungekürzten Fassung im Originalformat, bild- und tontechnisch exzellent, dazu die original englische Tonspur ohne Untertitel und als Bonus eine PDF-Datei mit Werbematerial.














