Sam Elliott, Gene Evans, Barry Corbin, Katharine Ross, Amy Madigan
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Vor der Küste Kaliforniens kreuzt der Skipper und Privatdetektiv Travis McGee (Sam Elliott) mit seinem älteren Freund Meyer (Gene Evans) auf seinem Segelboot. Als sie im Hafen von Pismo Beach anlegen, verabschiedet sich Meyer, aber plötzlich steht Skipper Van Harder (Richard Farnsworth) an der Reling und offenbart McGee, dass er schlimme Wochen hinter sich und seine Lizenz zum Segeln samt dem guten Ruf verloren habe. So sei er von dem Investor und Millionär Hubard Lawless, für den er seit 6 Jahren tätig sei, und von dessen inoffizieller rechter Hand John Tuckerman (Geoffrey Lewis) in Gesellschaft von zwei leichten Mädchen für einen Segeltörn gechartert worden. Der Ausflug habe ihm nicht zugesagt, hatte Lawless seine Yacht doch nach seiner Ehefrau Julie (Vera Miles) benannt, die erstmals bei einem Trip nicht mit dabei war. Von Sand Point, wo Hub Lawless Land erworben hatte, nahm Van Harder abends um 9:00 Uhr Kurs auf San Diego. Obwohl Van Harder ex-Alkoholiker ist, brachte man ihm stets einen Bourbon mit Soda an Deck, eine Tradition zwischen Hubard und ihm, die dem alten Seebär Gelegenheit gab zu beweisen, dass er damit klarkam. Im Anschluss könne er sich aber an nichts erinnern, denn das nächste, was ihm widerfahren sei, war das unsanfte Wecken durch Sand Points Sheriff Hack Ames (Barry Corbin), der ihn der Trunkenheit und der fahrlässigen Tötung bezichtigte. Denn noch am späten Abend war die Yacht Julie auf eine Sandbank gelaufen und Hubard Lawless über Bord gegangen…
„Travis McGee, von seinen Freunden «Trav» genannt, gehört neben Philip Marlowe, Sam Spade und Lew Archer zu den berühmten Privatdetektiven der Krimi-Literatur“, liest man beim deutschen Buchhändler LovelyBooks zu der zwischen 1964 und 1985 erschienenen, aus insgesamt 21 Romanen John D. MacDonalds bestehenden Reihe um den Private Investigator. Solches Statement stellt die Figur in eine Reihe mit den drei genannten, für den Film Noir und Neo Noir signifikanten Privatdetektiven Raymond Chandlers, Dashiell Hammetts und Ross MacDonalds. Tatsächlich basiert Andrew V. MacLaglens Fernsehfilm Travis McGee auf John D. MacDonalds Romanvorlage The Empty Copper Sea (EA 1978, auf Deutsch 1980 als Der dunkelschwarze Betrug), dem seinerzeit 17. Buch um den Lebemann und Private Eye. Während Philip Marlowe mehrfach (erstmals mit Philip Carey in den 26 Episoden von Philip Marlowe, USA 1959) und Lew Archer immerhin einmal (mit Brian Keith in der Hauptrolle von Archer, USA 1975) zum Protagonisten einer TV-Serie wurde, brachte es die umfangreiche Travis-McGee-Buchreihe auf lediglich einen Kinofilm (McGee, der Tiger, USA 1970) von Robert Clouse und diese zweite, von der American Broadcasting Company (ABC) ausgestrahlte TV-Adaption. Schon Ende der 60er Jahre hatte John D. MacDonald sich gegen eine Fernsehserie um seinen Antihelden ausgesprochen, da er fürchtete, dass dann der Romanreihe die Leser fernblieben. Andrew V. McLaglens von Warner Bros. Television produzierte Travis-McGee-Adation war Jahre später dennoch der Pilotfilm zu einer geplanten TV-Serie um den Private Investigator, die dann nie verwirklicht wurde. Hauptdarsteller Sam Elliott monierte schon vor den Dreharbeiten viele Änderungen, die Drehbuchautor Stirling Silliphant (Der Dritte im Hinterhalt, USA 1969) an John D. MacDonalds Erzählung vornahm. Anstatt der in den Büchern festgelegten Schauplätze in Florida wechselte man nach Kalifornien, und McGee lebt hier nicht auf seinem Hausboot Busted Flush sondern wird zum Skipper eines Segelboots. All das wurde von Lesern der Romane John D. MacDonalds inklusive Sam Elliotts angemerkt und wird bis heute kritisiert.
“The world is full of contention and contentious people. They won’t tell you the time of the day without their little display of hostility.” Unterm Strich ist Travis McGee ein halbwegs unterhaltsamer Kriminalfilm mit dunklen Untertönen, guten darstellerischen Leistungen von Katharine Ross, Sam Elliott, Amy Madigan und den Film-Noir-Veteranen Vera Miles (Der falsche Mann, USA 1956) und Gene Evans (Straße des Terrors, USA 1955), aber Inszenierung und Kameraarbeit lassen zu wünschen übrig. Das Werk ist ein typisches Beispiel für einen Thriller mit Anleihen beim Film Noir (inklusive des Erzählers aus dem Off), der in Einzelheiten Potential zeigt, doch im Ganzen hätte besser sein können, als er tatsächlich ist, hätte man bei der Produktionsgesellschaft mehr Courage und mehr Fingerspitzengefühl bewiesen. Sam Elliott und Katharine Ross hatten sich beim Dreh zum Horrorfilm The Legacy (USA 1978) kennengelernt und standen hier zum dritten Mal vor der Kamera, bevor sie im Mai 1984 heirateten. Hatten die Produzenten diese Humphrey-Bogart-Lauren-Bacall-Komponente bei Planung der TV-Serie um Travis McGee (halb) bewusst einkalkuliert? Denkbar wäre es.
Obwohl inzwischen international auch viele Fernsehproduktionen aus den Segmenten von Film Noir und Neo noir restauriert und als digitale Bildträger veröffentlicht wurden, gibt es is heute (2026) von Travis McGee keine offizielle BD- oder DVD-Edition, der in einigen Online-Portalen als TV- bzw. Videomitschnitt zur Verfügung steht, ungekürzt und im Originalformat, doch in einer Fassung von bescheidener Bild- und Tonqualität und mit der englischen Tonspur ohne Untertitel.











