Tote tragen keine Karos

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Bewertung
****
Originaltitel
Dead Men Don’t Wear Plaid
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1982
Darsteller

Steve Martin, Rachel Ward, Reni Santoni, Carl Reiner, George Gaynes

Regie
Carl Reiner
Farbe
s/w
Laufzeit
85 min
Bildformat
Widescreen
 

 

 Tote tragen keine Karos-Poster-web4.jpg Bild Bild Bild
© Universal Pictures
 
Juliet Forrest (Rachel Ward) ist davon überzeugt, dass der Tod ihres Vaters - eines berühmten Wissenschaftlers, Erfinders und Käseherstellers - kein gewöhnlicher Autounfall auf einer gefährlichen Gebirgsstraße war. So beauftragt sie den Privatdetektiv Rigby Reardon (Steve Martin) damit, für sie herauszufinden, ob er das Opfer eines Mordkomplotts wurde. Reardon stößt bei seinen Nachforschungen auf eine ominöse Liste mit den „Freunden und Feinden Carlottas“. Um sich ein Bild zu machen, beginnt er, die Personen der Liste aufzusuchen. Dabei stößt Reardon auf eine wahre Schlangengrube von Spielern, Ganoven, Gangsterbräuten und anderen dubiosen Charakteren, die weit mehr zu verbergen als zu erzählen haben. Auch stellt sich die Frage, inwieweit er seiner Auftraggeberin vertrauen kann – und sich selbst. Denn im Leben des Privatdetektivs gibt es eine Seite der eigenen Vergangenheit, die quasi auf Zuruf zum Vorschein kommt und zu unvorhersehbaren Reaktionen führt…
 
Humor ist im Film Noir so schwarz wie die Schwärze, die der Film Noir schon im Titel trägt. Der Komödienspezialist Billy Wilder hat jeden seiner Film Noirs mit einer bitter sardonischen Schärfe gewürzt, die das Lächeln darüber zu einem bösen und grimmigen macht. Slapstick und andere Arten herkömmlichen Humors haben hier nichts verloren. Billy Wilder hatte das begriffen. So dass seine Film Noirs u.a. deshalb bis heute als Meilensteine des Film-Noir-Stils herausragen. Umso erstaunlicher ist, dass Carl Reiner mit Tote Tragen keine Karos eine ebenso witzige wie hintergründige Parodie und eine Hommage an den Film Noir gelingt. Sein Trick: In die Handlung sind Szenen aus Film Noirs der klassischen Ära montiert. Steve Martin als Rigby Reardon begegnet Burt Lancaster in Rächer der Unterwelt / Die Killer (USA 1946), Ray Milland in Das verlorene Wochenende (USA 1945), Alan Ladd in Die Narbenhand / Killer zu vermieten (USA 1942), Lana Turner in Im Netz der Leidenschaften / Die Rechnung ohne den Wirt (USA 1946), Veronica Lake in Der gläserne Schlüssel (USA 1942), Edmond O’Brien in Sprung in den Tod / Maschinenpistolen (USA 1949), und so weiter. Reardons Assistent ist selbstredend niemand sonst als Philip Marlowe aka Humphrey Bogart. Steve Martin und Rachel Ward entwickeln eine gute Chemie und zeigen Verve und Stil in einer gelungenen Verbeugung vor dem klassischen Film Noir.
 
Thematisch bezieht sich Carl Reiner auf den fast vergessenen Film Noir Geheimaktion Carlotta (USA 1949) und den berühmten Film Noir Die Spur des Falken / Der Malteser Falke (USA 1941). Stilistisch ist der in Schwarzweiß gedrehte Tote tragen keine Karos ebenso überzeugend. Seine Filmmusik wurde zur letzten Arbeit des legendären Komponisten Miklós Rózsa, der in den 40er und 50er Jahren für viele Film Noirs die Scores geschrieben hatte.
 
Die DVD-Ausgabe der Universal Pictures Germany GmbH (2012) bringt den Film ungekürzt im Originalformat mit englischem und deutschem Ton und haufenweise Untertiteln, dazu den US-Kinotrailer als Extra. Als Film und als DVD-Edition rundum zu empfehlen!
 

Neo Noir | 1982 | USA | Carl Reiner | Michael Chapman | Steve Martin | Rachel Ward

Submitted by Martin Zopick (nicht überprüft) on 20. März 2020 - 19:01

Permanenter Link

Ein Film ist in seiner Machart einzigartig: Regisseur Carl Reiner hat 1982 unter Verwendung von Szenen aus 18 weltberühmten films noirs einen eigenen Film gemacht und die Weltstars , die darin vorkommen, so eingebaut, das die beiden Hauptdarsteller Rigby (Steve Martin) und Juliet (Rachel Ward) nach vielen ungewöhnlichen Encounters in ein Happy End schliddern. Der Titel ist ein Zitat von Humphrey Bogart, das keiner – nicht einmal er selbst - versteht.
Weitere Anspielungen und Zitate lassen Insider mit der Zunge schnalzen. Eine Synchronisation ist in diesem Falle nur schwer möglich und das ist auch gut so. Da wird Charles Laughton gefragt ‘Und wer bist du denn? Wohl der Glöckner von Notre Dame?‘. An der Wand hängt ein Spruch ‘Pistolen töten keine Detektive, nur die Liebe.‘ Rigby verlässt das Büro seines zukünftigen Schwiegervaters, dem er ein Hündchen mitgebracht hat das dem Boss dort auf den Teppich gekackt hatte. Von den zwei Sekretärinnen im Vorzimmer übergibt Rigby einer das Hündchen und der anderen das Tütchen mit Fifis Hinterlassenschaften.
Carlotta ist keine Frau, sondern eine Insel neben Südamerika. The FOC sind Friends of Carlotta. Ein Schiff heißt ‘Immer Essen‘, bei Nennung des Wortes ‘Putzfrau‘ wird Rigby zum Killer, nach einem Aufeinandertreffen von Rigby und Juliet muss er ihre Titten ins symmetrische Lot bringen, am Ende versucht es Juliet mit seinem Willy, Rigby bekommt KO-Tropfen und am Ende sind wie bei Spielberg die Nazis die Bösen Buben. Ein Hut fliegt auf einen Kleiderständer und verdeckt das Hakenkreuz und am Ende heißt es ‘Demnächst in diesem Theater.‘
Eine gelungene Mischung aus Altbekanntem, das sich zu einem neuen Ganzen zusammenfügt. So wird aus mehreren Staubkörnern ein Edelstein.

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