Break, The



Psychologische Verteidigung


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Eddie Muller


Wenn es Nach wird in Paris


Film Noir Collection Koch Media GmbH


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Bewertung
***
Originaltitel
The Break
Kategorie
Post Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1963
Darsteller

Tony Britton, William Lucas, Eddie Byrne, Robert Urquhart, Sonia Dresdel

Regie
Lance Comfort
Farbe
s/w
Laufzeit
72 min
Bildformat
Widescreen

 


 

 

Eine Dampflokomotive rast durch die Nacht. Im Abteil eines Waggons befindet sich der Strafgefangene Jacko Thomas (William Lucas), der in Handschellen von zwei Polizeibeamten ins Gefängnis gebracht werden soll. Plötzlich springt Thomas auf, schleudert einen der beiden in den Sitz zurück, reißt die Tür ins Freie auf und springt samt Officer Evans aus dem fahrenden Zug. Sie purzeln die Böschung hinunter, bevor es Jacko Thomas gelingt, den Polizisten in die Bewusstlosigkeit zu prügeln. Er rennt los und steigt in einen in der Nähe auf ihn wartenden Austin A35 Van, der ihn zu einem Steg bringt, wo ein motorisiertes Segelboot ihn aufnimmt und sofort losfährt. Es ist stets dunkel, als das Boot von Judd Tredgar (Eddie Byrne) und seinem Fahrer (Parick Jordan) gesichtet wid, die ihrerseits mit ihrem 1961er Land-Rover 88 auf den Flüchtling warten. Erneut steigt Jacko Thomas um, erklimmt die mit Bänken ausgestattete Ladefläche des Geländewagens, bevor Tredgar Platz nimmt, ihm eine Zigarette zwichen die Lippen steckt und Feuer reicht. In der herbstlichen Landschaft Dartmoors in der Grafschaft Devon fährt der Land-Rover am Morgen über einen Feldweg und erreicht eine Landstraße, auf der ein Überlandbus anhält. Drei Leute steigen aus, der Schriftsteller Greg Parker (Tony Britton), ein Vertreter für Küchenutensilien aus Plastik namens James D. Pearson (Robert Urquhart) und Sue Thomas (Christina Gregg), Schwester des geflüchteteten Jacko Thomas. Sie gehen zum Land-Rover, dessen Fahrer sie erwartet…

 

Eine Reihe von Personen, die allesamt ihre Geheimnisse und folglich voreinander etwas zu verbergen haben, treffen sich in der ländlichen Abgeschiedenheit von Tredgar’s Farm & Guest House nahe der Kleinstadt Newton Abbot am River Teign, inmitten der kargen, rauhen Landschaft von Dartmoor und das Drama nimmt seinen Lauf. Die Prämisse dieser B-Produktion der britischen Mancunian Film Corporation Ltd. erinnert an Klassiker des Film Noirs wie etwa Charles Vidors Blind Alley (USA 1939), D. Ross Ledermans Bullet Scars (USA 1942), André De Toths Dark Waters (USA 1944) oder John Hustons Hafen des Lasters / Gangster in Key Lago (USA 1948). Schon in Anthony Asquiths legendärem Stummfilm A Cottage On Dartmoor (UK/SWE 1929) sucht ein entflohener Sträfling (Uno Henning) Zuflucht in einem Bauernhof im Dartmoor, darin die junge Mutter Sally (Norah Baring), Ehefrau des Eigentümers Harry (Hans Adalbert Schlettow), einst die von ihm begehrte Kollegin war, um deretwillen des leidenschaftlich Verliebte zum Verbrecher wurde. The Break ist weniger pathetisch, beeindruckte mich aber einmal mehr im Hinblick auf die Tristess und auf die Härten britischer Kriminalfilme jener Zeit. Die Geschwister Sue and Jacko Thomas wurden von ihrem Vater als Kinder in ein Erziehungsheim gesteckt. Der wegen Raubüberfalls mit Körperverletzung zu 10 Jahren Haft verurteilte Jacko hat bei seiner spektakulären Flucht aus dem fahrenden Zug den Polizisten Evans jedoch getötet und wird nun wegen Mordes gesucht. Mit seiner Schwester, welche das erbeutete Geld mit ins Guest House bringt, will er sich nach Argentinien davonstehlen. Aber James D. Pearson ist nicht gerade der, als der er sich ausgibt, und beginnt Sue Thomas und Judd Tredgar nachzuspionieren. Und natürlich trübt sich das Verhältnis zwischen Jack und Judd, der sich gleich nach ihrer Ankunft von Sue sein Honorar für die Fuchthilfe auszahlen lässt, so dass schon bald niemand mehr dem Anderen vertrauen kann oder vertrauen will.

 

“Lucas is good at creating a sinister villain and Britton is an appealing hero, and the performances, combined with some intrigue and mystery, help this film to rise above a fairly standard script and story”, schreibt Josh Gillam für Letterboxd, und das ist durchaus zutreffend. Auf britische Schauspieler und Schauspielerinnen ist solchen Jahren im Grunde Verlass. Wir sehen hier keine außergewöhnlichen Darstellungen, aber auch keine schlechten. Leider ist der Mittelteil mitunter zu gemächlich, demgegenüber das Ende, nicht untypisch für viele B-Filme, extrem plötzlich und hastig daherkommt. Innerhalb von Sekunden ist alles vorbei und der Film endet abrupt. Regisseur Lance Comfort, der drei Jahre säter mit lediglich 58 Jahren starb, hatte seit Bedelia (UK 1946) manch guten Brit Noir vorgelegt, rutschte in den 50er Jahren aber zunehmend ins Segment von B-Produktionen. Christina Gregg war ein in den 60er Jahren in Großbritannien bekanntes und beliebtes Fotomodell, die in 1981 einen Kanadier heiratete und bis heute (2026) in Kanada lebt. Ihre Filmkarriere war kurzlebig und endete noch im Jahr der Premiere von The Break, der sie im Alter von lediglich 23 Jahren auf die Leinwand brachte.

 

Von The Break gibt es einzig eine britische DVD-Edition (2010) der Odeon Etertainment Ltd. in deren The Best of British Collection, bild- und tontechnisch allemal gut und mit dem Film ungekürzt im Originalformat, mit englischem Ton ohne Untertitel und mit dem original Kinotrailer und einem zweiseitigen Beiblatt mit Infos zu den Darstellern und zum Regisseur als Extras.

 


 

Post Noir | 1963 | UK | Lance Comfort | Basil Emmott | Patrick Jordan | Sonia Dresdel

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