Robert Lowery, Barbara Britton, Lola Lane, Frank Albertson, Elisabeth Risdon
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Chicago, Illinois: Ein Abschleppwagen bringt ein Unfallfahrzeug zu Pat’s Garage, einer Autowerkstatt, deren Eigentümer Pat Travers (Harry Hayden) sich auf Reparatur und Weiterverkauf von Unfallwagen spezialisiert hat. In der Halle steht sein Mechaniker Tom Durling (Robert Lowery), der Schraubenschlüssel und anderes Zeug in einen Werkzeugkasten einräumt. Durling schlägt vor, den Wagen zu verschrotten, schließlich habe genau der beim Unfall seinen Bruder getötet, weshalb er selbst seinen Job in Pat’s Garage kündige und Chicago verlassen werde. Pat Travers bedauert das; er bietet Tom sogar eine Partnerschaft für die Werkstatt an. Aber Durling hat einen Entschluss gefasst und will nach Kalifornien aufbrechen, um neu anzufangen… In seinem 1940er Buick Roadmaster Cabriolet erreicht Durlin kurz darauf eine Kreuzung, die ihm den Weg nach San Francisco mit 248 Meilen und einen Abzweig ins nahelegene Santa Marta anzeigt. Er entscheidet sich spontan für letzteres, denn er ist halbwegs pleite. Also hält er vor einem Händler für Gebrauchtwagen, dem er sein sportliches Modell zu verkaufen hofft. Stattdessen trifft er auf Betty Farrington (Lola Lane), die ihrerseits Interesse an dem Wagen hat, sollte er schnell genug sein. Durling nimmt sie auf eine Spritztour mit und beschleunigt auf 120 Meilen pro Stunde. Betty ist beeindruckt und gibt an, dass sie ihn morgen mit ihrem Freund treffen wolle, um jenen zu überreden, ihr den Wagen zum Geburtstag zu schenken. Als sie an ihrer Pension ankommen, wo auch Durling für die Nacht unterzukommen hofft, tritt soeben der Bankangestellte Steve Reynolds (Byron Barr) vor die Tür…
“They Made Me a Killer is a basic, efficient, though highly improbable action-packed B-movie (…) to satisfy most armchair vintage action-seekers and fans of film noir”, schlussfolgert Derek Winnert, und ich kann im Großen und Ganzen zustimmen. Genaugenommen sind die ersten zwei Drittel des Films flott inszeniert. Die Prämisse der Reise quer durch die USA mit dem Ziel, in Kalifornien sein Leben auf ein neues Gleis zu setzen, erinnert an Edgar G. Ulmers Detour (USA 1946), zumal sich Betty Farrington genau als jene Femme fatale entpuppt, die Tom Durling zum Mitschuldigen eines Banküberfalls mit mehreren Toten stempelt, so dass ihm folglich eine Anklage wegen Mordes droht. Schon in Robert Siodmaks Zeuge gesucht (USA 1944) und später in Richard Fleischers The Clay Pigeon (USA 1949) kann das von Gangstern hereingelegte Bauernopfer nur dank der Mithilfe einer Frau seine Unschuld beweisen und die Täter überführen. Das Beste an They Made Me A Killer ist jedoch der Umstand, dass Tom Durling, der die Hilfe der Schwester des beim Bankraub ermordeten Steve Reynolds namens June (Barbara Britton) in Anspruch nehmen muss, um der Mordanklage und damit dem elektrischen Stuhl zu entgehen, kein Engel ist und keiner sein will. Steve wird von Staatsanwalt Booth (Paul Harvey) ebenfalls der Mittäterschaft verdächtigt. Demzufolge will June Reynolds den toten Bruder von solchem Verdacht reinwaschen. Nachdem wiederum Tom Durling der Polizei entkam und sich an die Fersen des verbrecherischen Trios heftet, ist ihm aber der Gedanke, sich selbst der Beute des Bankraubs zu versichern, keineswegs fremd… Und so könnte dieser Film Noir trotz seiner kurzen Laufzeit und seines geringen Budgets richtig Klasse zeigen, wäre nicht das letzte Drittel eine unerwartet zähe und fade Angelegenheit, die das Werk deutlich nach unten zieht.
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Während der 40er Jahre war Robert Lowery ebenso wie Don Castle oder Hugh Beaumont ein B-Film-Schauspieler in vielen Kriminaldramen, demgegenüber Barbara Britton meist auf B-Western abonniert war. Als verdeckte Ermittler auf der Flucht vor dem Gesetz, was ja nicht zu 100% zutrifft, agieren sie allemal solide. Regisseur William C. Thomas (Big Town After Dark, USA 1947) hätte aus dem Drehbuch Daniel Mainwarings, der unter dem Pseudonym Geoffrey Homes für Jacques Tourneurs großartigen Film Noir Goldenes Gift (USA 1947) die Romanvorlage Build My Gallows High (EA 1946) verfasst hatte, deutlich mehr herausholen können, aber dafür fehlte es neben dem Budget wohl auch am nötigen Willen. Die Riege der zentralen Darsteller eint die Tragik ihrer jeweils nur kurzen Biografien: Byron Barr starb mit lediglich 49, Frank Albertson mit 55, Robert Lowery mit 58 und Barbara Britton mit 59 Jahren, nachdem ihre Karrieren sich zu Beginn der 50er Jahre fast vollständig ins Fernsehen verlagert hatten. They Made Me A Killer ist kein übler, aber auch kein bemerkenswerter Film Noir aus der unmittelbaren Nachkriegsära, während der solcher Filmstil auf seine Glanzzeit zustrebte.
Als ein Film der Public Domain ist They Made Me A Killer in den USA (RC 0) ungekürzt und im Originalformat als DVD (2005) via Alpha Home Entertainment und auch über andere, auf lizenzfreie Werke spezialisierte Filmvertriebe erschienen, bild- und tontechnisch in jeweils miserabler Qualität und inklusive der original englischen Tonspur ohne Untertitel und ohne Extras.














