Terror am Kilometerstein 13



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Film Noir Collection Koch Media GmbH


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Bewertung
***
Originaltitel
Highway 13
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1948
Darsteller

Robert Lowery, Pamela Blake, Clem Bevans, Michael Whalen, Steve Pendleton

Regie
William Berke
Farbe
s/w
Laufzeit
58 min
Bildformat
Vollbild

 


 

© VCI Entertainment

Die Speditionsgesellschaft Norris Express Company wird auf dem Highway 13 nahe Bishop, Kalifornien, von einer Reihe von Unfällen heimgesucht, bei denen sowohl mehrere Trucks zerstört wurden als auch Fahrer ums Leben kamen. Eines Nachts stürzt die Ehefrau des Geschäftsführers Frank Denton (Michael Whalen), Henrietta Denton, mit ihrem Pkw auf der Strecke in den Tod. Der Unfall, bei dem der Wagen der reichen Firmenerbin in Flammen aufgeht, wird von Hank Wilson (Robert Lowery), ebenfalls Fahrer bei der Norris Express Company, auf einer Nachtfahrt entdeckt. Am Morgen ist J.E. Morris (Tom Chatterton), Präsident der Norris Express Co., in seinem Büro in der Firmenzentrale mit Personaldirektorin Mary Wadley (Maris Wrixon) über die Geschäfte der laufenden Woche im Gespräch, als plötzlich Frank Denton auftaucht. Norris ist überrascht, wähnte er den Witwer doch für den Rest der Woche Zuhause, aber Denton möchte mit dem alten Herrn gern unter vier Augen sprechen. Letzterer erinnert sich an die Geburt Henriettas, die die Tochter seines inzwischen verstorbenen ex-Partners in der Spedition war, und er wird wehmütig. Frank Denton beabsichtigt in der Sache der unerklärlichen Unfälle etwas zu unternehmen, obgleich die Aktionäre der Spedition sich dagegen aussprachen. Er kündigt an, dass er bereits einen erfahrenen Detektiv, einen Kameraden aus Tagen des Zweiten Weltkriegs für diese Aufgabe im Blick habe. Norris ist nicht begeistert, gesteht ihm den Alleingang aber zu, und sie gehen Kaffee trinken…

 

“Even though there are noirish elements to it, there aren’t any more than you’ll find in any black and white crime film made in the 1940s or early 50s”, schreibt Steve Lewis für Mystery*File. Obwohl ich gerade mit seinen Einschätzungen und Bewertungen oft d’accord gehe, tue ich es diesmal nicht. Zum ersten hat das Milieu der Lkw-Fahrer auf den US-amerikanischen Highways und auf europäischen Landstraßen seit jeher einen Platz im Kanon des Filmstils. Raoul Walshs Nachts unterwegs (USA 1940), Jules Dassins Gefahr in Frisco / Markt der Diebe (USA 1949), Rudolf Jugerts Nachts auf den Straßen (GER 1952), Gilles Grangiers Gas-Oil (FRA 1955) und Ken Hughes‘ Die Fahrt in den Abgrund (UK/USA 1957) sind allesamt gute Beispiele dafür. Der Speditionsfahrer Hank Wilson wird nach Ermordung des Privatdetektivs George Montgomery (Steve Pendleton) der Tat verdächtigt, hatte letzterer doch versucht die Unfallserie bei der Norris Express Company aufzuklären und war unter Wilsons Obhut in die Rolle eines Fahrers geschlüpft. Aber der Inhaber der Versicherungsgesellschaft, welche für die der Norris Express Co. entstandenen Verluste aufkommen muss, ein Mann namens Keller (Dan Seymour), glaubt nicht an Hank Wilsons Schuld. Er lässt ihn durch seinen besten Detektiv (Lyle Talbot) aus dem Gefängnis schleusen. Wilson soll in der Folge die verdeckten Ermittlungen des toten Montgomerys fortführen… Ja, die Handlung ist teils überfrachtet, aber genau das ist für einen Film Noir ja nicht untypisch, und wenngleich es hin und wieder hakt, ist die Geschichte im Grunde recht clever. Zu guter Letzt spinnt sogar eine Femme fatale ihr Netz, darin sich Hank Wilson kurzzeitig zu verfangen scheint.

 

“We said, we weren’t going to lie to each other anymore, and the first thing off I catch you in one.” Die Dramaturgie des mit einem minimalen Budget gedrehten Films ist nicht schlecht, obgleich ich William Berke, der allein 1948 für sechs B-Produktionen auf dem Regiestuhl saß, für keinen guten Regisseur halte. Immerhin schuf er vor seinem Tod mit lediglich 54 Jahren noch den bemerkenswerten Film Noir Polizistenhasser (USA 1958). Der von der Robert L. Lippert Productions in Kalifornien gedrehte Terror am Kilometerstein 13, ein ebenso irreführender wie im Grunde absurder deutscher Verleihtitel, ist im Hinblick auf seine Hatz nach dem Täter keinesfalls offensichtlich und seiner Zeit sogar teils voraus. Allerdings hätte der Film mit einigem Engagement seitens derjenigen hinter der Kamera und mit 10 Minuten mehr Laufzeit deutlich hochwertiger ausfallen können. Daran hatte seinerzeit jedoch niemand Interesse. Um Merkmale erzählerischer Qualität ging es beim schnellen Geschäft mit dem B-Produktionen von vornherein nie. So bleibt das Werk ein obskures Kleinod, dass für Freunde des B-Films ein Vergnügen sein kann, ansonsten aber nicht der Rede wert ist. 

 

Terror am Kilometerstein 13 erschien unter dem US-Titel Highway 13 bei VCI Entertainment in den USA auf DVD (2008, weltweit abspielbar) und zwar in der Sammlung Forgotten Noir & Crime Collection Volume 11 mit Mr. District Attorney (UK 1941) und mit Western Pacific Agent (USA 1950) als zusätzliche Filme des Box-Sets. Die Bild- und Tonqualität ist überraschend gut, der englische Originalton kommt ohne Untertitel aus, und das Ganze gibt es zudem ungekürzt und im Originalformat.

 


 

Film Noir | 1948 | USA | William Berke | Dan Seymour | Lyle Talbot | Robert Lowery | Pamela Blake

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