Hide-Out, The

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Bewertung
***
Originaltitel
The Hide-Out
Kategorie
Film Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1956
Darsteller

Dermot Walsh, Rona Anderson, Ronald Howard, Sam Kydd, Howard Lang

Regie
Peter Graham Scott
Farbe
s/w
Laufzeit
55 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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London bei Nacht: Mit einem Koffer und einer Handtasche an ihrer Seite auf der Rückbank lässt sich Helen Grant (Rona Anderson) im Taxi zum Rex Hotel chauffieren. In der Lobby weist ihr der Page Freddy den Weg und nimmt ihr den Koffer aus der Hand, den er schnurstracks zur Rezeption bringt. Indessen Helen Grant ihm hinterher läuft, stößt sie mit Versicherungsdetektiv Steve Curry (Dermot Walsh) zusammen, der sich auf dem Weg zur Bar befindet. Dem Portier Mr. Farehorse erklärt sie, dass sie kein Zimmer reservieren, sondern einen gewissen Mr. Shapiro besuchen wolle. Zur gleichen Zeit nimmt ein Taxifahrer Mr. Currys Gepäck entgegen und Farehorse gibt Freddy Anweisung, sich auf die Suche nach Steve Curry zu begeben. Dann teilt er Ms. Grant mit, dass er nicht glaubt einen Hotelgast Shapiro im Haus zu haben… Steve Curry sitzt mit Tim Bowers (Sam Kydd) an der Hotelbar. Sie genießen die Gesellschaft von Barfrau Susy (Angela Krefeld) und zum Abschied je einen Drink, als Freddy Curry mitteilt, sein Taxi sei abfahrbereit. Tim kündigt Steve an, ihn auf seinem Weg zum Flughafen begleiten zu wollen. Der versucht ihn daran zu hindern, doch Bowers besteht darauf, und so verlassen sie gemeinsam das Hotel. Zur gleichen Zeit bemerkt Helen Grant, dass ihr Koffer vom Taxifahrer mitgenommen wurde. Aber bevor sie wieder auf der Straße steht, sind Bowers und Curry schon auf dem Weg zum Flughafen…

 

“That dame must sleep in nothing but a money belt.” Das britische Nachkriegskino hatte inklusive seiner Studios für B-Filme häufig ein Gespür für Atmosphäre. Schauplätze in und um London und solche auf dem Land sorgten oft für jenes Flair, darin das Alltägliche in seinen Nuancen als eine Bühne für das Besondere beheimatet war, welches hier früher oder später einbricht und die Zuschauer in Atem hält. Auch in dem mit knapp unter einer Stunde kurzen Spielfilm von Peter Graham Scott - Autor, Regisseur und Produzent fürs britische  Fernsehen und für allerlei B-Produktionen - sticht die Kameraarbeit von Routinier Brendan J. Stafford (Bang! You’re Dead, UK 1954) deutlich heraus. Zudem ist die Besetzungsliste und die Anlage einiger Charaktere für eine solche No-Budget-Produktion ganz passabel. Ronald Howard spielt den schmallippigen und verspannten Robert Grant, einen in finanzielle Nöte geratenen Pelzhändler, der sich auf krumme Geschäfte eingelassen hat, überaus glaubwürdig, weil es für ihn eine Paraderolle ist. Sam Kydd war für den Brit Noir der 50er Jahre, was Elisha Cook jr. (Die Spur des Falken / Der Malteser Falke, USA 1941) für den US-amerikanischen Film Noir der 40er Jahre war, und aus dem Grund ist er mir immer willkommen, zumal er hier eine größere Rolle innehat. Und auch Dermot Walsh und Rona Anderson verkörpern ihre Charaktere mit dem notwendigen Engagement und heben den Film zumindest leicht über den Standard sonstiger “Quota quickies“, wie derlei Billigproduktionen im England der 50er Jahre geringschätzig tituliert wurden.

 

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“A modest piece of UK noir with a convoluted plot that seems to make reasonable sense at the time but becomes harder to follow the more you think about it later”, bringt es John Grant für Noirish auf den Punkt, insofern die oben vermerkte 55-minütige Laufzeit der Filmhandlung nach einem Drehbuch von Kenneth R Hayles zur Krux wird. Das Hakenschlagen der Gangster und ihrer Verfolger, bei dem sowohl der versehentlich von Steve Curry zum Flughafen gefahrene Koffer (voller Geld) als auch die illegale Einfuhr kostbarer Pelze eine zentrale Rolle spielen, führt die Zuschauer um viele, viele  Ecken in ein Labyrinth der Zusammenhänge, die längst nicht alle logisch verknüpft sind. So bricht Jack Zacki (Arnold Diamond), der Mann, der den Pelzhandel mit Robert Grant einfädelte, aus dem Gefängnis aus, weil er seit 3 Wochen eine Haftstrafe absitzt. Versicherungsdetektiv Steve Curry und Helen Grant entdecken ihre Liebe füreinander. Die kostbaren Persianer sind mit Anthrax verseucht, wie der in Portugal ansässige Kunde dem fast bankrotten Erben der elterlichen Pelzhandlung, Robert Grant, per Telegramm wissen lässt, etc. pp. Alle drei Minuten passiert etwas, das die Handlung zusätzlich und unnötig verkompliziert, so dass vom Ende her betrachtet, wie auch John Grant feststellt, manche Entwicklung seitens der handelnden Charaktere unlogisch erscheint. The Hide-Out wurde eindeutig nach der Film-Noir-Tradition aus den USA gestrickt. Er ist ein bestenfalls mittelprächtiger B-Film, den man sich als Cineast getrost sparen kann, über den sich ein Connaisseur der britischen Filmklassik andererseits auch nicht sonderlich ärgern wird.

 

Obwohl seit fast 20 Jahren mehrere englische Filmvertriebe das Nachkriegskino Großbritanniens in einer fast schon akribisch zu nennnenden Ausführlichkeit einem Publikum zugänglich machen, ist The Hide-Out meines Wissens bis dato (2021) nicht auf BD oder DVD greifbar.

 


 

 

Film Noir | 1956 | UK | Peter Graham Scott | Dermot Walsh | Ronald Howard | Sam Kydd | Rona Anderson

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