Varg Veum - Din til døden

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Bewertung
**
Originaltitel
Varg Veum - Din til døden
Kategorie
Neo Noir
Land
NOR/DNK
Erscheinungsjahr
2008
Darsteller

Trond Espen Seim, Bjørn Floberg, Kathrine Fagerland, Endre Hellestveit, Sølje Bergmann

Regie
Erik Richter Strand
Farbe
Farbe
Laufzeit
86 min
Bildformat
Widescreen

 

 

 

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Trondheim, Norwegen: Die jugendlichen Kfz-Mechaniker Joacim Kotzako (Igor Necemer) und Lars (David A. Jørgensen) sitzen in einem Wagen der Autowerkstatt des ex-Kriminellen Bjarne Pedersen (Frode Rasmussen) auf dem Parkplatz vor der Trabrennbahn. Joacim will die Tageseinnahmen rauben und dafür die Kassiererin (Karin Stautland) überfallen, doch Lars wird von Zweifeln geplagt. Schließlich gelingt es Joacim, seinen Kollegen und Partner zu überreden und die beiden stürmen maskiert in den Kassenraum. Es dauert eine Weile, bis die verängstigte Frau Joacim das Geld aushändigt, der einen Schuss aus Pedersens Gewehr abfeuert, und zu guter Letzt ertönt der Alarm. Die beiden rennen zu ihrem Auto und schaffen es auch zu entkommen. Als sie in Bergen in die im Hafen gelegene Werkstatt Pedersens zurückkehren, ist der von dem Coup nicht so begeistert, wie Joacim sich das erhofft hatte. Vor allem rügt der Werkstattinhaber sie  wegen der Benutzung des Autos. Als der Streit eskaliert, versetzt er dem aggressiven Joacim eine Ohrfeige. Indessen fährt Privatdetektiv Varg Veum (Trond Espen Seim) im Auftrag seines Klienten Jonas Andresen (Henrik Mestad) durch die wenig einladende Gegend, da er nach dem Auto Ausschau hält, dass die von Jonas getrennt lebende Ehefrau Wenche (Sølje Bergmann) eigenmächtig an Pedersen verkaufte. Veum verschafft sich Zugang zurWerkstatt und kann anhand des Schlüssels nachweisen, dass der just für den Überfall benutzte Wagen noch einen anderen Besitzer hat…

 

Nur zwei Monate nach dem ebenfalls von Erik Richter Strand inszenierten Vorläufer Varg Veum - Tornerose (NOR/DNK 2008) wurde Varg Veum - Din til døden in Norwegen veröffentlicht, einmal mehr mit Trond Espen Seim als Privatdetektiv Veum, mit Bjørn Floberg als Kriminalkommissar Hamre und mit Endre Hellestveit als dessen Assistent Isachsen, sowie zum letzten Mal mit Kathrine Fagerland als Rechtsanwältin Anna Keilhaug, hier lediglich noch die ex-Geliebte Varg Veums. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans (EA 1979) von Gunnar Staalesen macht schnell deutlich, dass sein Autor einen zumindest teils originellen und cleveren Plot erdachte, der sich auch als Verlauf der Filmhandlung positiv niederschlägt. Womöglich ist das ein Grund, dass genau dieser Roman bereits 20 Jahre zuvor schon einmal verfilmt wurde, nämlich von Autor und Regisseur Sølve Skagen unterm Titel Brun Bitter (NOR 1988), doch ist dessen Adaption außerhalb Norwegens niemals irgendwo zur Aufführung gelangt. Zumindest Trond Espen Seim und Bjørn Floberg vermitteln in dem dritten Neo Noir aus der Serie um den Privatdetektiv seiner Heimatstadt Bergen das Flair des eingespielten Teams: zwei Darsteller in der richtigen Art von Rolle. Damit bin ich mit Blick auf das Positive, was mir zu dem Film einfällt, allerdings schon am Ende angelangt. Denn trotz des Potentials, das auch die norwegische Hafenstadt Bergen als Ort der Handlung bietet, schafft es Erik Richter Strand wie schon in Varg Veum - Tornerose (NOR/DNK 2008) nicht, damit einen knackigen Thriller zu kreieren, der seine Zuschauer bei der Stange hält. Nach etwa der ersten Viertelstunde wird der Film fade und vorhersehbar, das Ende, im Grunde eines Film Noirs würdig, brachte mich nurmehr zum Gähnen.

 

Dass in dem Mordfall des Films Wenche Andresen von Anbeginn die Hauptverdächtige sein muss, ist vollends logisch, gerät aber schnell aus dem Blick, weil die Polizei ihre Hausaufgaben nicht macht und weil der Regisseur es so will. Die Anziehung zwischen Wenche und Varg Veum wirkt stark konstruiert - diejenige zwischen Varg und Anna in Varg Veum - Bitre blomster (NOR/SWE/GER 2007) hatte bedeutend mehr Chemie und war um Längen besser inszeniert und gespielt. Dass mit dem vermeintlich fürsorglichen Lehrer Gunnar Våge (Jon Ketil Johnsen) etwas nicht stimmt, hat der aufmerksame Zuschauer sofort raus, im Übrigen ist Varg Veums Auftritt bei ihrem ersten Treffen in Wenches Wohnung einfach lächerlich… Anders ausgedrückt: Der Film gewinnt bald das Flair einer drittklassigen Krimserie auf einem x-beliebigen Fernsehkanal, und es ist vor allem der lieblosen Inszenierung anzukreiden. Dazu kommt eine deutsche Synchronisation, leider die einzige Sprachfassung des Films, die ich kenne, welche vor dämlichen Dialogen nur so strotzt. Schon die ersten Sätze des Films im Streit von Joacim und Lars vor der Trabrennbahn sind schlicht grotesk. Beide sitzen im Auto und  Joacim sagt: „Ich weiß genau, was ich mache.“ – Lars: „Das sieht doch total bescheuert aus. Also echt!“ Es sind offenbar die Sturmmasken gemeint, die beide noch nicht tragen. So antwortet Joacim: „Ist dir lieber, Du wirst erkannt?“ Nachdem beide ihre Masken überzogen, beruhigt Joacim, Pedersens Schrotflinte bereits in der Hand, seinen Partner mit den Worten: „Wir laufen da hin und tun so, als wär‘ nichts.“

 

Als Der Wolf – Dein bis in den Tod gibt es eine deutsche DVD-Ausgabe (2009) der Rundfunkanstalten der ARD und der S.A.D. Home Entertainment, bild und tontechnisch einwandfrei, die den Film ungekürzt im Originalformat beinhaltet, doch nur mit der oben zitierten deutschen Synchronisation ohne norwegischen Originalton und ohne optional deutsche Untertitel. Internationale Editionen präsentieren die Varg-Veum-Reihe mit norwegischem Originalton und mit englischen Untertiteln.

 

Neo Noir | 2008 | International | Erik Richter Strand | Bjørn Floberg | Trond Espen Seim

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