Boris Karloff, Bela Lugosi, Stanley Ridges, Anne Nagel, Anne Gwynne
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© Universal Pictures Corporation
Der Morning Express teilt auf seiner Titelseite per Schlagzeile mit, dass der namhafte Gehirnchirurg Dr. Ernest Sovac (Boris Karloff) heute hingerichtet werde, nachdem er sich auch nach dem Prozess stets weigere sein Schweigen zu brechen. Im Staatsgefängnis führen mehrere Wärter und der seine Litaniei sprechende Kaplan (Frank Sheridan) den Verurteilten aus der Zelle hinaus zur Vollstreckung des Urteils auf dem elektrischen Stuhl. Als sie durch den Zuschauerraum mit den versammelten Journalisten kommen, gibt Dr. Sovac sein Notizbuch einem Reporter (James Craig), dessen Zeitung ihn nach eigenem Dafürhalten immer fair behandelt habe. Er solle das Vorrecht erhalten, die Wahrheit zu kennen und darüber zu berichten. Während Sovac weitergeht, beginnt der Reporter dessen Aufzeichnungen zum Fall Kingsley zu lesen... An der US-amerikanischen Kleinstadt Newcastle war Dr. George Kingsley (Stanley Ridges) Professor für englische Literatur, und am Freitag, den 13. Juni, dem letzten Vorlesungstag des Sommersemesters, verabschiedete er seine Stundenten mit einem humorvollen Zitat in die Ferien. Nachdem bereits die Pausenglocke geläutet hatte, hielt er sie kurz zurück, um ihnen mitzuteilen, dass er im nächsten Semester womöglich nicht zurückkehren werde, da er dem Ruf einer namhaften Universität an die Ostküste folgen müsse. Die Studenten waren traurig und wünschten ihm zugleich alles Gute. Jean Sovac (Anne Gwynne) hakte sich bei ihm unter und führte ihn nach draußen, wo ihr Vater im Auto auf sie wartete…
“Black Friday (1940) is a (…) film that shared some thematic and technical elements with the emerging film noir style (…) Black Friday does imply the crime genre full on in its fantastic progress to a sane conclusion”, heißt es in der Besprechung des Films bei classic film noir. Richtig! Das ist kein Horrorfilm und auch das Element der “Science Fiction“, welches ihm zugesprochen wird, insofern die partielle Hirntransplantation, die Dr. Ernerst Sovac an seinem Freund George Kingsley vornimmt, gar nicht möglich wäre, ist kaum relevant. Tatsache ist, dass Kingsley inmitten von Newcastle bei einem Angriff auf den Gangster Red Cannon durch dessen einstige Kumpanen unter Führung von Eric Marnay (Bela Lugosi) in einem daraus resultierenden Verkehrsunfall schwer verletzt wird. Genaugenommen würde er aufgrund seiner Kopfverletzungen sterben, ginge Dr. Sovac nicht das Risiko ein, ihn durch eine partielle Hirntransplantation zu retten. Dafür opfert jener den ebenfalls schwer verletzten Red Cannon. Tatsächlich gelingt ihm mithilfe einer Operation, die er bis dato nur an Tieren durchführte, den Freund vor dem Tod zu bewahren… Aber in Kingsley leben fortan zwei Persönlichkeiten, der Professor und der Gangster. Der Wissenschaftler Dr. Ernest Kovac will dem in Kingsley weiterlebenden Cannon nun das Versteck der 500.000 US-Dollar aus einem Raubüberfall entlocken, damit er sich davon ein Laboratorium bauen lassen kann… So wenig dieser Gangsterfilm mit Tendenzen in Richtung des zukünftigen Film Noirs damit seiner Kategorisierung entspricht, so wenig treffen die durch Plakate geschürten Erwartungen an ihn zu. Weder Boris Karloff noch Bela Lugosi spielen wirklich die Hauptrollen, sondern Stanley Ridges als George Kingsley alias Red Cannon steht im Zentrum der Handlung. Was wir wirklich sehen, ist eine gedoppelte Persönlichkeit, die durch Sovacs Kunst der Hypnose zum Leben erweckt wird und die der geschickte (aber schon bald überforderte und machtlose) Mediziner in New York in die Kreise des ehemaligen Mobsters Red Cannons und seiner Bande zurückführt. Dummerweise aber hat Red Cannon im Körper Kingsleys erstmal mehr Interesse daran sich zu rächen, als das versteckte Geld zum Vorschein zu bringen.
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© Universal Pictures Corporation
An manchen Stellen hakt die Erzählung, ohnehin simpel und von der Prämisse der erfolgreichen Hirntransplation abhängig, ein wenig. Regisseur Arthur Lubin (Impact, USA 1949) und sein wunderbarer Kameramann Elwood Bredell (Rächer der Unterwelt / Die Killer, USA 1946) halten den Spannungsbogen jedoch aufrecht und die Geschichte auf Kurs. Hinter den Kulissen war ursprünglich Boris Karloff für die Rolle Professor George Kingsleys vorgesehen. Der lehnte sie jedoch ab und wechselte zu derjenigen des Wissenschaftlers Dr. Ernest Sovac, womit Bela Lugosi als Eric Marnay zu einer Nebenfigur degradiert war. All das stört am Ende nicht sehr, denn Lugosi als Nebenbuhler Red Cannons ist ohnehin das schwächste Glied in der Kette. Karloff und Lugosi haben übrigens im Film keine einzige gemeinsame Szene. Freunde des klassischen Film Noirs und des Gangsterfilms dürften sich über die 72 Minuten hinweg gut aufgehoben sehen. Das Werk zeigt sich auch im Abschluss konsequent und erweist sich, wie ich finde, des Filmstils frühen Film Noirs als durchaus würdig.
Unter seinem Originaltitel Black Friday gibt es von dem Film, der in Deutschland nie im Kino lief, eine bild- und tontrechnisch erstklassige Blu-ray- plus DVD-Edition (2023) der Wicked Vision Distribution GmbH als Lizenz der Universal Pictures Company Inc. mit dem Film ungekürzt im Originalformat, dazu die englische Tonspur und eine deutsche Synchronisation, optional deutsche Untertitel, sowie einen Audiokommentar der Filmhistorikerin Constantine Nasr, die Kurzdokumentation A Good Game: Karloff und Lugosi bei Universal: Teil 4 Black Friday sowie den original Kinotrailer als Extras. Empfehlenswert!













