Stage Struck



Psychologische Verteidigung


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Eddie Muller


Wenn es Nach wird in Paris


Film Noir Collection Koch Media GmbH


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Bewertung
**
Originaltitel
Stage Struck
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1948
Darsteller

Kane Richmond, Audrey Long, Conrad Nagel, Ralph Byrd, John Gallaudet

Regie
William Nigh
Farbe
s/w
Laufzeit
72 min
Bildformat
Vollbild

 


 

 

New York: In dem im ersten Stock gelegenen Büro des Inhabers und Geschäftsführers des Blue Jay Clubs, Benny Nordick (John Gallaudet), droht die aus Maplewood, Ohio, nach New York gezogene Helen Howard (Wanda McKay) ihrem Chef damit, ihn und seine Geschäftspraktiken an die Polizei zu verraten. Nordick ist außer sich und jagt die junge Frau durch sein Büro, als diese sich aus dessen Schreibtischschublade einen Revolver schnappt und ihn damit in Schach hält. Aber Nordick gelingt es, Helen die Waffe zu entwenden, und er erschießt die Frau damit, wobei zugleich der Wandspiegel zu Bruch geht. Ohne dass die beiden Streitenden es bemerkten, war Nordicks Mann fürs Grobe, Nick Mantee (Kane Richmond), ins Zimmer getreten und hat den Mord an der Frau mitangesehen. Er schlägt dem nervösen und ratlosen Benny Nordick vor, die Leiche für ihn zu entsorgen, und er vergisst nicht, für diesen Extradienst und seine Zeugenschaft eine Bonuszahlung zu fordern. Nur wenig später stößt Mantee Helen Howards Leiche in einer einsamen Gasse aus Nordicks Wagen aufs Pflaster und fährt von dannen… Am nächsten Morgen ziert das Foto der Toten die Titelseiten der New Yorker Zeitungen mit der Frage, wer sie wohl sei. Police Lieutenant Williams (Conrad Nagel) und Sergeant Tom Ramey (Ralph Byrd) von der Mordkommission statten ihrem Kollegen Police Captain Webb (Charles Trowbridge) vom “Burea of Missing Persons“ schon früh einen Besuch ab, um die Identität der Frau zu klären… 

 

Der Film verfügt über einen kompetenten Veteranen von Regisseur, der 1914 seinen ersten und hier seinen letzten Spielfilm vorlegt - seine 121. Regiearbeit in 34 Jahren. Stage Struck verfügt zudem über ein für die Verhältnisse eines B-Films des Powerty Row Studios Monogram Pictures erstklassiges Ensemble mit Audrey Long, John Gallaudet, Charles Trowbridge und Evelyn Brent als den besonders auffälligen Akteuren. Die Kameraarbeit ist mehr als solide, und aufgrund dessen, sieht der Film nicht gar so billig wie andere Produktionen des Studios aus. Was jedoch fehlt, ist ein Skript mit einer für die Laufzeit von 72 Minuten tragfähigen Gerschichte und einer dementsprechenden Dramaturgie. Das auf einer Erzählung von George Wallace Sayre und in Kooperation mit Agnes Christine Johnston von ihm selbst verfasste Drehbuch serviert eine derart lahme und dünne Handlung, dass man kaum von einer solchen zu sprechen wagt. Nach dem Mord an Helen Howard nehmen Police Lieutenant Williams und Segeant Tom Ramey die Ermittlungen auf. Dies heißt konkret: die Beamten tauchen immer wieder und wieder bei Benny Nordick und Nick Mantee in deren Büro oder im Blue Jay Club auf, reden sich vor Ort um Kopf und Kragen, kommen mit ihrer Untersuchung des Falls jedoch keinen Schritt weiter. Die zähe Redundanz, das leere Geschwätz und die Vorhersehbarkeit des Ganzen, sobald Nancy Howard (Audrey Long) beschließt, sich unter falschem Namen bei Nordicks und Mantees Küstleragentur “Max Mercer“ zu verpflichten und den Tod ihrer Schwester auf eigene Faust zu ermitteln, ergeben in der Summe einen Film Noir light fast ohne jeglichen Thrill. 

 

 

“Stage Struck has the preachy, statistic-filled feel of an early exploitation film,” schlussfolgert Kendahl Cruver für Watching Classic Movies, und ich stimme ihm zu. Der Predigerton von Police Lieutenant Williams ebbt bis zuletzt nicht ab. Er und Ramey sind Mordermittler und kooperieren mit Police Captain Webb, dem Leiter der Abteilung für vermisste Personen. Eins aber fragte ich mich sofort, und es geht im Lauf des Fims völlig unter. Benny Nordick betreibt die Max-Mercer-Agentur, die jungen Frauen eine Karriere als Schauspielerinnen an Theatern am Broadway in Aussicht stellt. Dafür müssen sie für 500 US-Dollar ein Schauspieltraining bei Professor Corella (Wilbur Mack) durchlaufen. Falls sie das Geld nicht aufbringen können, bietet ihnen Nordick an, ersatzweise als Animierdamen im Blue Jay Club zu arbeiten. Natürlich bleibt die Karriere am Theater für die Frauen ein ewiger Traum. Der Abstieg in schäbige Nachtclubs und womöglich in die Prostitution (der Film thematisiert das jedoch mit keinem Wort) scheint vorprogrammiert. Nordicks Geschäftsmodell ist also schmierig und unredlich. Aber was soll daran illegal sein? Warum fühlt er sich von Helen Howard bedroht? Was könnte sie der Polizei verraten, was ihn in Bedrängnis brächte? Dies bleibt völlig unklar. Mantee und Nordick fahren nach Helen Howards Tod mit ihrer Geschäftspraktik fort, und Lt. Williams und Sgt. Ramey habe nichts daran auszusetzen. Regisseur William Night drehte kurz zuvor mit Todeszelle Nr. 5 (USA 1948) seinen vorletzten Film (Noir), eine rabenschwarze Adaption des Romans I Wouldn’t Be In Your Shoes (EA 1943) von Cornell Woolrich und das um Längen bessere Werk. Für mich ist allein er sein Vermächtnis und der krönende Abschluss einer langen Laufbahn.

 

Die DVD-R (2014) in der Warner Archive Collection von Warner Bros. (USA, Regionalcode 1) ist bild- und tontechnisch gut (nicht brillant) und bringt den Film ungekürzt im Originalformat, mit englischem Ton ohne Untertitel und ohne Extras.

 


 

 

Film Noir | 1948 | USA | William Nigh | Harry Neumann | Anthony Warde | Charles Trowbridge | John Gallaudet | Ralph Byrd | Audrey Long | Evelyn Brent | Pamela Blake

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