Hot Cars



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Film Noir Collection Koch Media GmbH


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Bewertung
***
Originaltitel
Hot Cars
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1956
Darsteller

John Bromfield, Joi Lansing, Mark Dana, Carol Shannon, Ralph Clanton

Regie
Don McDougall
Farbe
s/w
Laufzeit
61 min
Bildformat
Vollbild

 


 

 

Los Angeles, Kalifornien: In einem Mercedes-Benz 190 SL mit offenem Verdeck fährt Gebrauchtwagenhändler Nick Dunn (John Bronfield) in Gesellschaft der potentiellen Kundin Karen Winter (Joi Lansing) durch die von der Sonne überstrahlte Stadt. Irgendwann überlässt er ihr das Steuer, und sie gelangen zur am Pazifik gelegenen Cocktail-Lounge Jack’s At The Beach in Santa Monica, wo sie an der Bar mehrere Drinks genießen und Nick Dunn Miss Winter die Vorzüge des Wagens erläutert. Als Dunn mit Karen Winter zu dem Big John betitelten Gebrauchtwagenpark zurückkehrt und die Frau sich verabschiedet, kommt der Inhaber und Dunns Chef, George Hayman (Robert Osterloh), angelaufen und knöpft sich den Mitarbeiter vor. Er habe sich von Miss Winter, die wahrscheinlich täglich bis mittags im Bett läge und der anschließend langweilig sei, an der Nase herumführen lassen. Dunn habe ihr in seinem Sportwagen einen Ausflug ans Meer spendiert, und zum Abend suche sie sich dann einen anderen Idioten, der sie in ein schickes Restaurant einlade… Nick Dunn möchte etwas erwidern, aber Hayman schickt ihn nach Hause, er solle essen und pünktlich zur Abendschicht zurück sein. Daheim trifft Nick seine Ehefrau Jane (Carol Shannon) in der Küche. Er erzählt ihr von seinem Missgeschick und erkundigt sich nach ihrem gemeinsamen Sohn Davy, der noch ein Baby ist. Er schlafe, sagt die Mutter, das erste Mal heute. Denn mit der Gesundheit des Kleinen steht es nicht zum Besten, und seine Eltern haben allen Grund zur Sorge…

 

“Hot Cars presents more as a conventional crime thriller than film noir (…) That said, Hot Cars still feels like noir”, schreibt Gary Deane für NoirWorthWatching, und besser lässt es sich im Grunde kaum zusammenfassen. Die Kameraarbeit ist nicht sonderlich stylish, und Nick Dunn als der Antiheld solcher Erzählung ist zwar von einiger Ambiguität, aber auch keiner, den temporäre Arbeitslosigkeit und die lebensbedrohliche Erkrankung seines Sohnes Davy in die Verzweiflung treiben. Zugleich erinnert der Handlungsverlauf gleich an mehrere der Film-Noir-Klassiker, die in einem ähnlichen Fahrwasser angesiedelt sind. Mir kamen sowohl Aufruhr in Santa Sierra (USA 1950) mit Frank Lovejoy und Lloyd Bidges als auch Pitfall (USA 1948) mit Dick Powell und Lizabeth Scott in den Sinn. Der Gründer und Inhaber einer Kette von Gerauchtwagenmärkten in mehreren Bundesstaaten, Arthur Markel (Paul Clanton), plant mithilfe seiner rechten Hand Smiley Ward (Mike Dana) und der Femme fatale Karen Winter den grundehrlichen und talentierten Nick Dunn als Bauernopfer zu nutzen. Denn Police Detective Davenport (Dabbs Greer) ist Arthur Markel und seinem Geschäftsmodell, das mithilfe des Mechanikers Otto Krantz (Kurt Katch) gestohlene Autos unkenntlich werden lässt und sie damit in erstklassige Gebrauchtwagen verwandelt, inzwischen dicht auf den Fersen… Als Dunn von Hayman aufgrund eben seiner Aufrichtigkeit gefeuert wird, stellt Markel ihn ein. Davy benötigt eine kostspielige Operation, doch die Familie ist aktuell knapp bei Kasse. Folglich wird es spannend, sobald Dunn mitbekommt, dass die Autos, die er für Markel im Gebrauchtwagenmarkt von Ward verkauft, gestohlen sind. Lässt er sich um seines Sohnes willen dazu hinreißen dem hartnäckigen Davenport, der nun auch Dunn, inzwischen Geschäftsführer und Leiter einer Zweigstelle, im Nacken sitzt, die Stirn zu bieten? 

 

 

“I need money and a lot of it. I don’t care, where it comes from - hot cars, cold cars - and whose money it is, as long as I got my hands on it.” Als eine B-Produktion der Bel-Air Production in Kooperation mit Schenck-Koch Productions ist Don McDougalls Hot Cars ein Film, der mit einem sichtbar minimalen Budget gedreht wurde. John Bromfield, Joi Lansing und Paul Clanton sind alles andere als großartige Darsteller und traten im Anschluss fast nur noch fürs US-Fernsehen in Erscheinung. Bromfield beendete seine Karriere vier Jahre später ganz: Hot Cars wurde sein letzter Kinofilm. Aber… Dabbs Greer, Carol Shannon und Kurt Katch überraschen ihrerseits mit exquistiem Schauspiel, und die Drehorte in Culver City und Santa Monica inklusive eines spektakulären Finales auf der Achterbahn des Pacific Ocean Parks – ich dachte sofort an Norman Fosters Einer weiß zuviel (USA 1950) – sind fein ausgewählt und gut in Szene gesetzt. McDougall sorgt obendrein dafür, dass der Film mit einer Laufzeit von knapp über einer Stunde schnell Fahrt aufnimmt und bis zuletzt nicht nachlässt. Alles in allem ist das hier kein in Vergessenheit geratener Geheimtipp, aber für den Connaisseur des B-Films der 50er Jahre wäre Hot Cars trotzdem zu empfehlen: eine solide B-Produktion mit Schauwerten. Ich stellte mir zulezt auch die Frage, ob sich Dennis Hopper für The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer (USA 1990) hier womöglich hatte inspirieren lassen.

 

Einzig und allein in den USA ist Hot Cars in der Limited Edition Collection von MGM Home Entertainment als DVD (2011, RC 1) erschienen und zeigt den für lange Zeit extrem seltenen Film in guter Qualität, ungekürzt und im korrekten Bildformat, ohne Untertitel und ohne Extras.

 


 

 

Film Noir | 1956 | USA | Don McDougall | Dabbs Greer | John Bromfield | Robert Osterloh | Joi Lansing

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