No Questions Asked

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Bewertung
****
Originaltitel
No Questions Asked
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1951
Darsteller

Barry Sullivan, Arlene Dahl, George Murphy, Jean Hagen, Richard Anderson

Regie
Harold F. Kress
Farbe
s/w
Laufzeit
80 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Warner Bros.  © Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.

New York: Sirenen von Polizeiwagen heulen durch die Nacht und in der achtzehnten Straße ist Rechtsanwalt Steve Keiver (Barry Sullivan) auf der Flucht. Nur knapp entgeht er am Fuß einer zum Basement hinabführenden Treppe den Suchscheinwerfern, als zwei Polizeifahrzeuge die Straße abriegeln. Kurz fragt er sich, wie es soweit habe kommen können. Wann nahm sein Leben die Wendung in jene Abwärtsspirale, die ihn in dieser Nacht zum Flüchtigen stempelt, den Franko (Howard Petrie) sich als Toten wünscht und dem die Polizei auf den Fersen ist? Es muss, sagt er sich, mit Ellen Sayburns (Arlene Dahl) Rückkehr aus ihren Skiferien begonnen haben… Der verliebte Keiver holte seine Freundin Ellen vom Flughafen ab, die nach drei Wochen aus dem Sun Valley Resort in Idaho zurückkehrte. Er bemerkte nicht, wie sie mit dem ebenfalls von dort gekommenen Gordon N. Jessman (Dick Simmons) einen Blick wechselte, und begleitete Ellen hinaus zum Taxistand. Dort wartete Steves Freund und oft auch Fahrer Harry Dycker (Danny Dayton) mit seinem Taxi, der Ellen längst kannte und sie begrüßte. Als sie auf dem Weg nach Manhattan waren, versuchte Ellen Steve zu erklären, dass sie über ihre Beziehung nachgedacht habe. Sie wolle ihre Kinder nicht in der Armut großziehen, die sie selbst in ihrer Kindheit erfuhr, finanzielle Sicherheit sei ihr wichtig… Aber Steve hörte gar nicht richtig zu und machte Scherze darüber. Schließlich willigte er ein, seinen Chef Henry Manston (Moroni Olsen) um eine Gehaltserhöhung zu bitten…

 

“Let‘s have a drink.” – “Anybody can drink… Let’s dance!” Der Filmeditor Harold F. Kress hat in seiner fast 40-jährigen Karriere im US-Filmgeschäft bei lediglich 3 Spielfilmen Regie geführt und zwar in den Jahren 1951 und 1952 für die Metro-Goldwyn-Mayer Studios Incorporated (MGM). Obgleich sein Film Noir No Questions Asked als Flop an der Kinokasse nicht mal die Produktionskosten einspielte, erscheint mir das bedauerlich, Denn aus heutiger Sicht erweist sich der Film als ein klar über dem Durchschnitt liegendes Werk der Schwarzen Serie, das sowohl im Inland als auch international womöglich deshalb wenig Beachtung fand, weil es nicht der in der McCarthy-Ära üblichen Spielregel eines handzahmen Finales mit Happy Ending folgte. Im Ganzen wirkt der Film wie ein 5, 6 Jahre zu spät ins Kino gekommener Film Noir der 40er, als die Femme fatale nach Vorbild Kathie Moffats (Jane Greer) in Goldenes Gift (USA 1947) oder Cora Smiths (Lana Turner) in Im Netz der Leidenschaften (USA 1946) genau jene Rolle innehatte, die sie via Arlene Dahl auch in dem von Sidney Sheldon nach einer Erzählung Berne Gilers (Affäre in Trinidad, USA 1952) verfassten No Questions Asked zugesprochen erhält. Die Beteiligten hinter und vor der Kamera halten die Geschichte um Steve Keiver, der als frustrierter und liebestoller Habenichts von Jurist am Rande der Legalität zu Geld und scheinbar auch zur Angebeten findet, sicher in der Spur. Als nämlich die Versicherung, bei der er angestellt ist, Steve Keiver eine Gehaltserhöhung verweigert, vefällt er auf die Idee, als Mittelsmann zwischen seiner Firma und jenen Gangstern zu agieren, von denen man das hoch versicherte Diebesgut zurückerhält, wenn man quasi ein Lösegeld zahlt. Die Versicherung entrichtet dabei nur einen Bruchteil der Versicherungssumme. Die Diebe bekommen die auf dem freien Markt nicht veräußerbare Ware schnell los und für Steve Keiver fällt eine Provision ab, ohne dass er kriminell wird. Als das Geschäftsmodell eine richtiggehende Welle von Diebstählen auslöst, schaltet sich Police Inspector Matt Duggan (George Murphy) ein, der im Nu begreift, welche Rolle Steve Keiver dabei spielt.

 

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© Warner Bros.  © Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.

“Steve is every bit the archetypal film noir protagonist.Like so many others before him, he suffers from the simple, fatal inability to resist a girl who’s no good”, schreibt Mark Fertig für Where Danger Lives und ordnet damit der oben erwähnten Femme fatale genau den Mann zu, ohne den sie für uns Zuschauer womöglich nur halb so reizvoll wäre. So wie Walter Neff (Fred MacMurray) in Frau ohne Gewissen (USA 1944) und Ole Anderson (Burt Lancaster) in Rächer der Unterwelt / Die Killer (USA 1946) ist Steve Keifer in seiner Liebe zu Ellen völlig blind und unfähig aus Fehlern zu lernen. Sogar nachdem er belogen und betrogen wurde, kehrt er zu ihr zurück und schmilzt unter ihren Blicken dahin… 1951 trat Barry Sullivan, der seit Todesreifen / Ein gefährlicher Rivale (USA 1946) im Film Noir heimisch geworden war, in acht Filmen auf - den großen Durchbruch schaffte er leider nie. Die beste Darstellerin des Films ist die jene unglücklich in Steve verliebte Joan Brenson spielende Jean Hagen. Solche 1977 im Alter von nur 54 Jahren an Krebs verstorbene Schauspielerin zählt zu den ewig unterschätzten Größen klassischen Hollywoodkinos und hat in ihrer Zeit so manchen Film Noir veredelt. Wenn sie sich in einem schlichten New Yorker Restaurant, darin sie mit ihrem Steve einst bessere Tage sah, allein betrinkt und zur Jukebox Cole Porters I’ve Got You Under My Skin anstimmt, ist das (für mich) eine der besten Szenen in einem ohnehin guten Film.

 

Es gibt eine exzellente US-amerikanische DVD-R (2016, codefree) aus der Warner Archive Collection mit dem Film ungekürzt im Originalformat, bild- und tontechnisch einwandfrei und inklusive der original englischen Tonspur ohne Untertitel und ohne Extras.

 


Film Noir | 1951 | USA | Harold F. Kress | Barry Sullivan | John Eldredge | Mauritz Hugo | Richard Anderson | Robert J. Wilke | Tol Avery | Arlene Dahl | Jean Hagen

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