Teufel auf der Spur, Dem



Psychologische Verteidigung


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Eddie Muller


Wenn es Nach wird in Paris


Film Noir Collection Koch Media GmbH


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Bewertung
***
Originaltitel
Hell’s Island / South Sea Fury
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1955
Darsteller

John Payne, Mary Murphy, Francis L. Sullivan, Eduardo Noriega, Arnold Moss

Regie
Phil Karlson
Farbe
Farbe
Laufzeit
84 min
Bildformat
Widescreen

 


 

© Paramount Pictures Corp.

 

Auf der karibischen Inselgruppe namens Islas del Rosario vor der Küste Kolumbiens residiert der an den Rollstuhl gefesselte, dubiose Mr. Barzland (Frank K. Sullivan) in einer schicken Villa. Bei einer Unterredung mit Mike Cormack (John Payne) und Janet Martin (Mary Murphy) geht es hoch her. Als Cormack auf Barzland losgeht, zückt der eine Pistole und schießt… Auf dem Operationstisch des örtlichen Krankenhauses blickt Mike Cormack in das grelle Licht über ihm, während der Chirurg (Mario Siletti) sich anschickt, dem Patienten eine Kugel aus der linken Schulter zu entfernen. Indessen ist auch Inspector Peña (Eduardo Noriega) vor Ort. Er fragt, ob er mit Cormack wohl einige Worte wechseln könne. Jener bittet ihn um eine Zigarette, wogegen der Arzt gleichermaßen nichts einzuwenden hat. Also steckt Peña dem Verletzten eine in den Mund und entzündet sie. Nun möchte der Polizist aber die Geschichte Mike Cormacks hören, die vorerst hier im Krankenhaus endet, und der Patient beginnt mit seiner Bekannten Janet Erskine, will dann nicht so weit ausholen und besinnt sich, vom letzten Freitag in Las Vegas zu erzählen. Dort war Cormack als Special Security Officer in einem Spielkasino namens Blue Diamond tätig. Der Freitagabend nahm die überhitzte Atmosphäre des Wochenendes vorweg, so dass er einen betrunkenen Krakeeler (Ralph Dumke) hinauswerfen musste. Als er zurückkehrt spricht ihn ein Mann namens Lawrence (Walter Reed) an und teilt ihm mit, dass ihn ein Mr. Barzland zu sprechen wünsche…

 

"I've been beaten, badgered, hit over the head, and mixed up in three killings, and believe me, I'm going to find out why." Der in Technicolor und im damals brandneuen Widescreenformat (unter dem fantasievollen Namen “Vista-Vision“) für die Paramount Pictures Corporation gedrehte Dem Teufel auf der Spur ist die dritte und letzte Kooperation von Regisseur Phil Karlson und Hollywoodstar John Payne, der ähnlich wie Tyrone Power 1947 beschloss, dass er aus romantischen Komödien und Musicals ausbrechen und ernsthaft Drama spielen wolle. Also trat er neben Dan Duryea, Shelley Winters und Dorothy Hart in Gorge Shermans Film Noir Larceny (USA 1948) als Schurke in Erscheinung, im Jahr darauf folgte Robert Floreys Herr der Unterwelt (USA 1949). Vor allem aber in Phil Karlsons Der vierte Mann (USA 1952) wusste der inzwischen 40-jährige Payne zu überzeugen, indessen in weiteren Film Noirs der 50er Jahre seine Neigung zum Over-Acting die Tough Guys, die er verkörperte, zur Karrikatur verzerrte. So einigermaßen enervierend war das bereits in Karlsons Taxi 539 antwortet nicht (USA 1953) sichtbar geworden; in Byron Haskins The Boss (USA 1956) übertrieb er dermaßen, dass der Film in seiner Lächerlichkeit kaum durchzustehen ist. In Dem Teufel auf der Spur liefert er jedoch eine etwas differenziertere Vorstellung ab. Das von Maxwell Shane (Die Brut des Satans, USA 1949) nach einer Erzählung Jack Leonards (Um Haaresbreite, USA 1952) und Martin Goldsmiths (Detour, USA 1945) verfasste Drehbuch liefert trotz Technicolor und Breitwandformat einen klassischen, altmodischen Film-Noir-Plot. Das muss nichts Schlechtes bedeuten und tut es hier nicht. Allerdings folgt die Handlung, sieht man genauer hin, in Grundzügen Dashiell Hammetts Roman Der Malteser Falke (EA 1929), der mit John Hustons Film Noir Die Spur des Falken / Der Malteser Falke (USA 1941) Filmgeschichte schrieb. 

 

Ein sagenhafter Rubin, den der reiche Mr. Barzland erwarb und dessen Transport in die USA er organisiert hatte, ist bei einem Flugzeugabsturz auf Puerto Rosario plötzlich verschwunden. Mike Cormack soll in die Karibik reisen, den Dieb ermitteln sowie den Rubin wiederbeschaffen. Barzlands Lockmittel dafür sind nicht nur die 5000 US-Dollar, die er Cormack in Aussicht stellt, sondern auch Janet Martin, die Frau, welche Cormack einst liebte und die inzwischen mit Eduardo Martin (Paul Picerni), dem Piloten des Transportflugzeugs, verheiratet ist. Barzland hat bezüglich Cormacks detaillierte Recherchen angestellt, der vor seiner Stelle im Blue Diamond in Los Angeles der stellvertretende Staatsanwalt gewesen war, sich dann ausgerechnet in Janet Erskine verliebte und mit ihr für zwei Jahre verlobt war… Hollywood hatte bereits zuvor tropische Schauplätze, jene schwüle, überhitzte Fremde als Ort der Einsamkeit und der Verlockungen, für den Film Noir genutzt. In Ted Tetzlaffs Riffraff (USA 1947), Robert Z. Leonards Geheimaktion Carlotta (USA 1949) oder in Vincent Shermans Affäre in Trinidad (USA 1952) gerieten unter der Tropensonne und unterm Einfluss einer Femme fatale deren Protagonisten gleichermaßen ins Schwitzen. Unterm Strich ist Dem Teufel auf der Spur jedoch bloß Mittelmaß und illustriert den sukzessiven Abstieg seines Stars in die zweite, dritte Liga. Freunde des Film Noirs werden sich keinesfalls ärgern, ihn einmal gesehen zu haben. Cineasten mit weitreichenden Interessen werden in Sachen Filmklassik andernorts aber sicher etwas Besseres aufzustöbern wissen. 

 

Tatsächlich gibt es von der OneGate Media GmbH / Interpathe eine deutsche DVD-Edition (2019) mit dem Film ungekürzt, doch weder bildtechnisch brillant noch im korrekten Bildformat, da auch beim sogenannten 16:9 (Widescreen) Beschnitt bemerkbar ist. Beinhaltete Tonspuren sind Deutsch, Englisch und Spanisch. Unterm Titel Il Demone Dell'Isola existiert eine italienische DVD (2019) der A&R Productions S.a.s. Auch hier gibt es die o.a. Tonspuren plus der italienischen, doch das Bildformat ist mit 4:3 (Vollbild) komplett das falsche. Eine spanische DVD-Ausgabe (2018) gibt an, den Film als La Isla del Infierno in Widescreen zu beinhalten, Tonspuren auf Englisch und Spanisch, aber diese Ausgabe liegt mir nicht vor.

 


 

Film Noir | 1955 | USA | Phil Karlson | Martin Goldsmith | Lionel Lindon | John Payne | Paul Picerni | Ralph Dumke | Argentina Brunetti

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