Terror



Psychologische Verteidigung


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Eddie Muller


Wenn es Nach wird in Paris


Film Noir Collection Koch Media GmbH


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Bewertung
***
Originaltitel
Terror At Midnight
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1956
Darsteller

Scott Brady, Joan Vohs, Frank Faylen, John Dehner, Virginia Gregg

Regie
Franklin Adreon
Farbe
s/w
Laufzeit
70 min
Bildformat
Vollbild

 


 

 

Los Angeles, Kalifornien: Die Streifenpolizisten Neil Rickards (Scott Brady) und George Flynn (John Gallaudet) werden via Funk von der Zentrale angerufen. Erst informiert man Rickards, dass er nach seiner Rückkehr in die Dienststelle bitte mit Police Captain Allyson (John Maxwell) von der Mordkommission in Kontkt treten solle. Dann gibt der Kollege das Nummernschild eines 55er Ford Country Sedans mit Weißringreifen durch, der vor 5 Minuten vom Parkplatz des Community Markets gestohlen wurde. Flynn und Rickards sind in unmittelbarer Nähe des Tatorts und machen sich auf den Weg. Inzwischen ist der Dieb mit dem Wagen auf der 7th Street unterwegs, gefolgt von Lew Hanlon (John Dehner) und Nick Mascotti (Kem Dibbs), die den Diebstahl des Autos bei ihm in Auftrag gaben. Doch als Flynn und Rickards auf der gegenüberliegenden Spur das Auto erkennen, wendet George Flynn mitten auf der Fahrbahn und nimmt die Verfolgung auf. Kurz darauf gelingt den Beamten das entwendete Fahrzeug sicherzustellen und den Dieb zu verhaften… Nach Rückkehr ins Polizei-Hauptquartier wird Rickards bei Allyson vorstellig, bei dem er sich um eine Versetzung in die Mordkommission bewarb. Jener gibt ihm zu verstehen, dass er sich gleich morgen bei Police Lieutenant Conway (Frances De Sales) in der Southside Division melden solle. Daher könne er sich den Rest desTages freinehmen, die Uniform einmotten und seine Verlobte Susan Lang (Joan Vohs) über seine Ernennung zum Police Sergeant ins Bild setzen…

 

“As a Poverty Row noir, this film definitely lacks some polish. The cinematography is mostly quite bland, with key scenes being photographed in mundane medium shots”, schreibt Martin Teller, und das sehe ich ebenso. Die Geschichte selbst, vefasst von John K. Butler (Die Ratten von Chicago, USA 1955) nach einer Erzählung von ihm und Irving Shulman (Die Brut des Satans, USA 1949), ist gar nicht mal übel und böte weit mehr Gelegenheit für waschechte Film-Noir-Momente. Stattdessen setzt man auf das Thema “damsel in distress“ und führt Susan Lang, die Verlobte Neal Rickards, jenes frisch gebackenen Police Sergeants der Mordkommission, als lebensuntaugliches Dummchen vor. Zwar kann Susan ein Frühstück zubereiten, doch in der ersten ernsthaften Situation im Dschungel der Großstadt versagt sie kläglich. Sie lässt sich reinlegen, trifft am laufenden Meter falsche Entscheidungen, gerät sogar unter Mordverdacht und gefährdet die Karriere ihres künftigen Ehemanns. Letzterer und seine Kollegen müssen sie aus ihrer Notlage befreien, denn als Frau hat sie jenseits von Haushalt und Erotik keinerlei Talente. Das ist so ungefähr das vom Film transportierte Rollenverständnis von Mann und Frau in der Mitte der 50er Jahre in den USA. Seitens Joan Vohs‘ wird es obendrein kaum überzeugend verkörpert. Ihr schauspielerisches Talent ist, um es mal freundlich auszudrücken, nicht sonderlich ausgeprägt. Wer oder was zeigt hier überhaupt Qualitäten? Warum erhält der Film meinerseits drei Sterne? Zum ersten sind die Eheleute Fred und Helen Hill, er Inhaber einer Autowerkstatt, in der Darstellung durch Frank Faylen und Virginia Gregg mehr als bemerkenswert. Als ein skrupelloser, cholerischer Womanizer, der Susan Lang nicht nur erpresst, sondern sie gar sexuell belästigt, ist Fred ein Film-Noir-Charakter par excellence und in solcher Niedertracht seiner Zeit einen Schritt voraus. Fast noch besser ist Virgina Gregg als extrem eifersüchtige, alkoholabhängige Ehefrau, die ihrem Mann das Leben zur Hölle macht und von ihm als Suchtkranke ihrerseits verachtet wird. Zum zweiten sind die Gangster Lew Hanlon (John Dehner) und Nick Mascotti (Kem Dibbs) derart miese Gesellen, dass ich staunen musste. Vor dem Stelldichein mit Call-Girl Hazel (Joi Lansing) und deren Freundin muss man unerwartet noch einen Mord verüben, was den Herren zwar etwas lästig wird, im Übrigen aber kein Poblem darstellt.

 

Susan Lang: “I don’t know which pleases me the most, the ring or the badge.” – Neal Rickards: “Honey, you keep the ring. I’ll keep the badge.” Kamen Bierdersinn und stocksteifer Konservatismus in einem Film Noir je deutlicher zum Ausruck als in diesem Bekenntnis zum kleinbürgerlichen Glück zwischen den stets noch Verlobten. Mit diesem Film zum Ausklang der McCarthy-Ära verhält es sich ähnlich wie mit dem Gangsterfilm der 30er Jahre. Seinen Unterhaltungswert und das Spannungsmoment verdankt Terror – der deutsche Kinotitel ist im Rekurs auf Fred Hill zumindest einen Tick verständlicher als der US-amerikanische – einzig und allein seinen Antagonisten, demgegenüber die Vertreter von Recht und Ordnung inklusive „Anhangs“ schlicht langweilig und als charakterlose Platzhalter daherkommen. Alles in allem ist diese späte Produktion der Republic Pictures nur ein Hinweis, dass der klassische B-Film der Poverty-Row-Studios in der zweiten Hälfte der 50er Jahre zunehmend ins Fernsehformat transferiert wurde und auf der Kinoleinwand schon bald ausgedient hatte.

 

Bis heute (2026) gibt es von Terror weltweit keine offizielle BD- oder DVD-Edition. In einigen Online-Portalen steht der Film als TV-Mitschnitt zur Verfügung und zwar in einer Version von bescheidener Bild- und Tonqualität mit der englischen Tonspur ohne UT, immerhin aber ungekürzt und im korrekten Bildformat.

 


 

Film Noir | 1956 | USA | Franklin Adreon | Frank Faylen | John Dehner | John Gallaudet | John Maxwell | Percy Helton | Ric Roman | Scott Brady | Joi Lansing | Virginia Gregg

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