Impulse

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Bewertung
***
Originaltitel
Impulse
Kategorie
Film Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1954
Darsteller

Arthur Kennedy, Constance Smith, Joy Shelton, Jack Allen, James Carney

Regie
Cyril Endfield
Farbe
s/w
Laufzeit
80 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Renown Pictures Ltd.

In der Grafschaft Sussex, England, fährt Nachtclubsängerin Lila Ray (Constance Smith) auf einer Landstraße zu einer einsam gelegenen Kirche samt einem sich ringsum erstreckenden Friedhof. Mit einem Reisekoffer zur Hand betritt sie das verlassen im Sonnenschein liegende Gelände und blickt sich misstrauisch um. Als sie für ihren Koffer ein Versteck gefunden zu haben meint, deponiert sie ihn zwischen Grabsteinen und Buschwerk und geht von dannen. Kurze darauf fährt sie am Ortsschild von Ashmore vorüber und hält vor dem Hotel der Kleinstadt, wo sie beim Rezeptionisten (Kenneth Cope) für einen gewissen B. Johnson (Bruce Beeby) ein Einzelzimmer reservieren lässt. Als sie das Hotel verlässt und in ihren Wagen einsteigen will, stößt sie fast mit Alan Curtis (Arthur Kennedy) zusammen, der sich auf dem Weg in sein direkt benachbart gelegenes Ladenlokal befindet. Curtis ist als Immoblienmakler selbstständig und teilt sich das Geschäft mit seinem Partner Freddie James (Jack Allen). Kurz erkundigt er sich bei ihrer Sekretärin nach eingehenden Anrufen, bevor er Freddie erläutert, dass die Wainwrights an jedem Haus interessiert seien, dass nicht zu verkaufen sei. Sein Partner lässt ihnen Tee bringen, und Curtis resümiert, dass er als US-Amerikaner in Ashmore nunmehr acht Jahre Arbeits- und Eheleben auf dem Buckel habe. Als seine Frau Elizabeth (Joy Shelton) mit ihren Einkäufen ins Büro platzt, die zu ihrer Mutter fahren und sich von Alan zum Bahnhof bringen lassen wird, kann er nurmehr tief seufzen…

 

“The idea of an essentially average type stumbling into an increasingly dangerous and bewildering set of circumstances, (…) is such an archetypically noir setup”, schreibt Colin McGuigan für Riding The High Country über Cyril Endfields zweiten britischen Film, den der ausgewanderte US-amerikanische Autor und Regisseur für Tempean Films unterm Namen Charles de Latour schuf, nachdem er in den USA der McCarthy-Ära auf der Schwarzen Liste geführt und quasi mit Berufsverbot belegt worden war. In jener Zeit des Niedergangs des US-amerikanischen Film Noirs kopierten kleinere Filmstudios in Großbritannien Stil und Handlungsmuster ihrer US-Vorbilder und engagierten gern auch zugkräftige Filmstars aus Hollywood. Letztere waren in ihrer bis Mitte der 50er politisch reaktionären Heimat entweder politisch geächtet, etwa Marsha Hunt und Larry Parks, oder sie bekamen in solcher Ära des Wandels keine Hauptrollen mehr und nutzten ihrerseits die Option, in englischen Kriminalfilmen mit starken Tendenzen des Film Noirs stets an erster Stelle zu stehen. So finden sich bis in die zweite Hälfte der 50er Paul Henreid, Zachary Scott, Dane Clark, Victor Mature, Rod Cameron, Lizabeth Scott und andere US-Darsteller mit tief in die 40er Jahre zurückreichenden Filmografien in Werken des Brit Noirs. In Impulse ist es Arthur Kennedy, der einst neben Humphrey Bogart und Ida Lupino in Raoul Walshs Entscheidung in der Sierra (USA 1941) seinen Durchbruch hatte. Als von seinem spießbürgerlichen Alltagstrott zutiefst gelangweilter Immobilienmakler Alan Curtis macht er die Bekanntschaft von Lila Day. Letztere ist nicht bloß eine Nachclubsängerin mit den üblichen Allüren sondern als Kriminelle mit ihrem vermeintlichen Bruder Harry Winters (Bruce Beeby) in Diamantenschmuggel verwickelt und auf der Flucht vor Scotland Yard. Ehe sich der Strohwitwer versieht, ist er Hals über Kopf in eine Femme fatale verliebt und in üble Machenschaften verwickelt, darin er selbst nur Teil eines Plans ist.

 

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© Renown Pictures Ltd.

Die Beteiligten vor und hinter der Kamera geben sich Mühe, aus dem offensichtlich begrenzten Budget das Maximale herauszuholen. Aber das Drehbuch, die Bildsprache und die Dramaturgie machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Impulse ist eine solide und zugleich fade Angelegenheit, deren überraschende Wendungen vorhersehbar sind und die im letzten Drittel vollends unlogisch wird. Die humorigen Einlagen sind flach, und der Spießbürger im Käfig von Ehe und Geschäftssorgen ist allzu sehr ein Standard. Constance Smith ist keine Fehlbesetzung, doch viel Ausstrahlung beweist sie als Femme fatale leider auch nicht. In den Jahren 1952 und 1953 war die gebürtige Irin in US-Filmen in Hauptrollen aufgetreten. Das Jahr 1954 sah sie mit Auf der schwarzen Liste (UK 1954) und Impulse jedoch wieder zurück in England, in Low-Budget-Produktionen, die das Ende ihrer Filmkarriere und den Beginn eines tragischen Niedergangs einläuteten. Alkohol und Drogen, später Mord- und Selbstmordversuche, Gelegenheitsjobs, Aufenthalte im Krankenhaus und im Gefängnis lösten einander ab, bevor sie 2003 im Alter von 75 Jahren starb. Zu dem Zeitpunkt war sie von der Filmindustrie und ihrem Publikum längst vergessen. Schon 1959 im Alter von lediglich 30 Jahren hatte sie in ihrem letzten Film mitgewirkt.

 

Es gibt von dem Film, der im deutschsprachigen Raum nie im Kino lief und als In die Falle gegangen erstmals 1961 im bundesdeutschen Fernsehen lief, eine recht gute Fassung, ungekürzt und im Originalformat mit der englischen Tonspur ohne Untertitel und zwar als Teil der englischen 3-DVD-Box (2017) The Renown Pictures Crime Collection Volume Two.

 


Film Noir | 1954 | UK | Cyril Endfield | Arthur Kennedy | Michael Balfour | Sam Kydd | Constance Smith

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