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Film Noir und Neo Noir von 1922 bis heute


Bewertung
***
Originaltitel
The Mob
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1951
Darsteller

Broderick Crawford, Richard Kiley, Betty Buehler, Otto Hulett, Matt Crowley

Regie
Robert Parrish
Farbe
s/w
Laufzeit
83 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Columbia Pictures Corporation
 
New York: Eines Abends, während der Regen die Straßen peitscht, verhandelt der Cop Johnny Damico (Broderick Crawford) mit Fred (Peter Prouse), dem Inhaber einer Pfandleihe, über einen Verlobungsring für seine Freundin, die Krankenschwester Mary Kiernan (Betty Buehler). Schließlich einigen sie sich auf einen Preis und Damico muss die stolze Summe von 300 US-Dollar dafür herausrücken. Als er zu seinem Auto eilt, hört er plötzlich einen Mann um Hilfe schreien und direkt danach einen Schuss fallen. Er zieht seine Dienstwaffe und stellt den Schützen in Hut und Mantel, der mit dem Rücken zu ihm über einem Toten steht. Doch gibt er sich als Polizist zu erkennen, als Police Lieutenant Henderson vom 21st Precinct, und zieht eine Polizeimarke aus der Tasche seines Trenchcoats, die er Damico überreicht. Der erkennt, dass die Marke echt ist, und während er den Toten untersucht, rennt Lieutenant Henderson in ein Imbisslokal, um einen Streifenwagen herbei zu rufen. Der kommt sofort darauf, allerdings geben die beiden Beamten sofort zu verstehen, dass sie zufällig vorbeikommen und nicht gerufen wurden. Johnny Damico rennt in den Imbiss, dessen Inhaber (Don De Leo) ihn wissen lässt, dass der Mann dort keineswegs telefonierte, sondern durch den Hintereingang das Weite suchte. Noch in der gleichen Nacht muss Damico seinem Vorgesetzten Lt. Banks (Otto Hulett) einiges erklären. Am nächsten Morgen wird er seinerseits vom Polizeipräsidenten der Stadt (Ralph Dumke) über das Treiben einer weit verzweigten Verbrecherorganisation im Hafen New Yorks ins Bild gesetzt…
 
“It’s Broderick Crawford versus the waterfront and the world in 1951’s The Mob, a just-okay noirish cop picture from Columbia”, schreibt Mark Fertig für Where Danger Lives und das ist eine treffsichere Zusammenfassung des gerade noch mittelprächtigen Film Noirs aus der Hochzeit der McCarthy-Ära. Die ersten 5 Minuten, so stellt Mark Fertig ebenfalls fest, zeigen Klasse; die ersten 50 Minuten sind immer noch gut. Danach geht es rapide abwärts, denn wir bekommen die für jene Zeit typisch heldenhafte Polizeiarbeit serviert, die Guten versus die Bösen. Das gestaltet sich so flach und fad, dass selbst ein halbwegs dynamisches Finale nicht viel zu retten vermag, zumal der Schluss einfach furchtbar daneben gerät. Ein geradezu dämlicher TV-Humor rangiert in der letzten Einstellung an der Grenze zur Zumutung. Das Drehbuch beinhaltet nichts als die für jene Zeit typische Routine einer Undercover-Agent-gegen-das-Syndikat-Story, wie man sie bereits aus Geheimagent T (1947), Straße ohne Namen (1948) oder Rauschgiftbrigade (1949) zur Genüge kennt. In 83 Minuten entwickelt die Geschichte nicht ansatzweise überraschende Wendungen, bietet trotz zum Teil guter Darsteller nur wenige Charaktere, – Broderick Crawfords Dockarbeiter Timothy Flynn (alias Johnny Damico) und Richard Kileys Thomas Clancy sind die Ausnahmen – bevor ihr im Endspurt endgültig die Luft ausgeht.
 
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„You know, I have to go underground like gophers and communists”, erklärt der Polizeibeamte Johnny Damico seiner Freundin, der Krankernschwester Mary Kiernan. Spätestens hier ahnt der Cineast, worauf es hinauslaufen wird, zumal der Cop Damico, der uns in der ersten Einstellung so vielversprechend präsentiert wird, von derart vielen Gutmenschen im Polizeidienst Unterstützung erfährt, dass er sich trotz seiner coolen Sprüche und seiner charakterstarken Visage nicht dagegen wehren kann, selbst plan anständig zu sein. Die Szenen in den Docks des New Yorker Hafens, die Menge jener gegerbten Gesichter der Arbeiter, die das Leben dort seit Jahr und Tag geprägt hat, sind nochmals eine Rückkehr zur Form. Hier sehen wir kurz auch Charles Bronson in einer frühen Rolle. Vor allem aber zeigt Broderick Crawford als Timothy Flynn, dass er ein klasse Schauspieler ist, der ähnlich wie Paul Douglas (Unter Geheimbefehl, USA 1950) so einen Film zu stemmen vermag, gerade weil er das Gegenteil von glatt und angepasst ist. Aber die Pointe, mit der der Film zuletzt aufwartet, um das Versteckspiel nach dem mächtigen New Yorker Mobster zu krönen, ist so unglaubwürdig wie jedes andere aus dem Zylinder gezauberte Kaninchen. Erneut begegnet dem Zuschauer zudem das klassische Rätsel, warum Gangster mit ihren vermeintlichen Opfern, während sie sie mit Schusswaffen in Schach halten, noch minutenlang palavern müssen, statt schnell zu handeln. Allemal im Drehbuch ist es vorgesehen, damit die Kollegen solche Situation erkennen und die „Helden“ retten können. Zuletzt kaum ein Gähnen wert, ist solche B-Film-Routine nicht zu empfehlen.
 
Bildtechnisch sehr gute, fast exzellente DVD-Edition (2013) von Crest Films mit dem Film ungekürzt im Originalformat, mit der deutschen und der englischen Tonspur und ohne Extras.
 

Film Noir | 1951 | USA | Robert Parrish | Broderick Crawford | Charles Bronson | Emile Meyer | Ernest Borgnine | Jay Adler | Neville Brand | Paul Dubov | Ralph Dumke | Richard Kiley

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